Offene Partnerschaft: Ja, du darfst mit meiner Freundin schlafen und ich liebe sie trotzdem.

warnhinweis-liebe

Der heutige Artikel wird wahrscheinlich vielen sauer aufstoßen, womöglich erhalte ich auch Hassbotschaften per eMail und Morddrohungen von christlichen Parteien mit „traditionellen Werten“. Ich freu mich schon darauf. Also worauf warten wir…

Disney hat mir eine falsche Vorstellung von Liebe vermittelt.

Die Idee zu diesem Artikel kam mir aus mehreren Gründen. Es gibt noch unzählige weitere positive Benefits, sich einfach nur mit dem Thema „Offene Beziehung“ zu beschäftigen. Das sind meine Top 5, wie es zu diesem Artikel kam:

  1. Mehrere Leserinnen und Leser haben mich darum gebeten
  2. Ich habe bereits selbst (sehr glücklich) in einer offenen Partnerschaft gelebt
  3. Das Thema Sexualität wird heute immer lockerer gehandhabt
  4. Sich Gedanken darüber zu machen fördert ein Leben nach eigenem Standard
  5. Es auch wirklich zu leben umso mehr

Bevor ich aber darüber schreibe, wie – und vor allem wieso – es für mich funktioniert, soll der Grund angesprochen werden, wieso viele Menschen vor diesem Thema Angst haben. Und nur damit wir uns richtig verstehen: wenn dein Partner von dir die Schnauze voll hat, dich unattraktiv findet, ihr euch nur noch streitet oder er einfach nur Bock auf etwas Neues hat… wenn sein Wunsch groß genug ist wird er ihm sowieso nachgehen, egal ob er darf oder nicht. Selbst in einer offenen Beziehung kann dein Partner jemanden finden, der besser zu ihm passt oder in den er sich frisch verliebt… diese Gefahr ist immer da. Aber sie ist völlig unabhängig von einer offenen oder monogamen Partnerschaft und deshalb weder als Argument für noch wider geeignet. Du kannst nur eines tun: dich darauf verlassen, dass dich dein Partner liebt, solange wie es passt. Und wenn du ehrlich zu dir und ihm sein willst, so ist das auch die einzige Art, wie eine erwachsene Partnerschaft geführt werden kann.

Ist die Ehe nichts mehr wert?

Warum leben die meisten Menschen der „westlichen Zivilisation“ in monogamen Partnerschaften (abgesehen natürlich von dem Fakt, dass in den letzten 40 Jahren die Zahl der Eheschließungen um über 40% zurückgegangen ist und sich die Scheidungsrate gleichzeitig auf 45% verdoppelt hat, Quelle)? Nun einerseits sind wir es ganz simpel gesagt so gewohnt. Unsere Eltern, deren Eltern und deren Eltern davor haben es so gemacht und es kommt uns erst langsam in den Sinn, dass es auch anders geht. Aber wenn anders, wie?

Früher war wichtig, in einer Familie zusammen zu halten, damit das Überleben der Kinder (auch finanziell) gesichert ist. Frauen hatten noch nicht die Rechte, die sie heute besitzen (und es sind noch immer nicht genug wie ich finde) und die Kirche hatte deutlich mehr Einfluss auf unser Alltagsleben. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Rate an außerehelichen Geburten dramatisch ansteigt: fast 40% der Kinder innerhalb der EU wurden 2010 außerhalb einer Ehe geboren (Quelle)! Die Erklärung ist simpel: wir tun es, weil es heute auch so funktioniert.

Wenn also alle Zeichen auf freie Liebe deuten (weniger versuchter Besitz des anderen und mehr Selbstbestimmtheit für beide), wieso haben wir dann immer noch Angst, vom Partner betrogen zu werden? Ja, Angst. Das böse Wort:

Angst, vom Partner betrogen zu werden

Die nächsten Zeilen sind meine subjektive Einschätzung, haben sich in der Praxis aber unzählige Male bestätigt durch Gespräche, Gedankenaustausch etc. Bilde dir bitte eine eigene Meinung.

Ich denke, dass Menschen, die Angst davor haben, von ihrem Partner betrogen zu werden, ein grundlegendes Problem mit ihrem eigenen Selbstwert haben. Sie wollen eine monogame Partnerschaft führen, weil sie „sicher“ sein wollen, dass ihr Partner ihnen „treu“ ist. Leider ist „Treue“ nicht kontrollierbar. Es kann immer nur ein Versuch sein. Ein in der Praxis bewährter Trick um seinen Partner über längere Zeit zu halten ist, indem man ihn oder sie glücklich macht. Nur so als Info.

Also funktioniert es schon mal nicht, seinen Partner in einen Käfig sperren zu wollen, damit er nicht mehr an die ganzen anderen Versuchungen ran kommt. Schlimmer: das macht die Versuchung nur noch interessanter, als sie vielleicht ist (Stichwort „verbotene Frucht“). Orlando Owen sprach einmal davon, dass Liebe wie ein Schmetterling ist:

Liebe ist wie ein Schmetterling, der sich auf deine Hand setzt. Wenn du versuchst, ihn zu kontrollieren – festzuhalten – dann bleiben dir nur zwei Möglichkeiten:

  • Du verschreckst ihn durch die Bewegung deiner Finger und er verlässt dich
  • Du hältst ihn so fest, dass du ihn verletzt, ihm womöglich die Flügel brichst und er ewig leiden muss

Das einzig Richtige zu tun ist also, den Schmetterling gar nicht kontrollieren zu wollen. Sondern einfach dankbar dafür zu sein, dass er da ist. Und ihn als das zu würdigen, was er wirklich bedeutet: Liebe. Liebe, die nicht eingesperrt werden kann, weil sie sonst stirbt.

Und stand auch ich vor dieser Frage: will ich einen Partner, der mit mir zusammen ist, weil er mich liebt – oder weil ich versuche, seine Liebe zu erzwingen?

Liebe lässt sich nicht erzwingen

Ich habe mich für die erste Option entschieden und muss dadurch auch die Konsequenzen leben. Was soviel heißt wie: wenn ich Angst davor habe, betrogen zu werden, dann liegt es daran, dass ich von mir selbst glaube, dass ich nicht gut genug für meinen Partner bin! Ich glaube vielleicht tief in mir drinnen (woher das auch kommen mag), dass ich ihn oder sie nicht verdient habe. Aber dafür kann mein Partner nichts, im Gegenteil. Gerade er oder sie liebt mich ja!

Und weil ich also glaube, dass ich nicht gut genug bin, habe ich Angst, dass er nach einiger Zeit jemanden finden wird, der besser für ihn ist und mich dann verlässt. Jetzt sind wir mal ehrlich: das mag stimmen. Diese Angst kann begründet sein. Aber diese Angst ist völlig unabhängig davon, ob du in einer offenen oder monogamen Partnerschaft lebst. Mit oder ohne Regeln. Diese Angst ist – wenn sie da ist – nur in dir und vielleicht nicht in deinem Partner. Vielleicht hat er keine Angst, dich zu verlieren, weil er weiß, dass er von dir geliebt wird.

Wie kannst du dir sicher sein, dass er/sie dich liebt?

Um diese Frage geht es letzten Endes. Und die Antwort ist bitter: gar nicht. Es ist nicht möglich, denn ihr seid nicht dieselbe Person. Nicht einmal die „Wir“-Paare, die alles gemeinsam machen und immer nur eine Meinung haben sind „eins“. Sie sind nur „sehr eng“. Aber mit Sicherheit hat das nichts zu tun. Die wirkliche Herausforderung an der freien Liebe ist also nicht das Lieben, sondern das Loslassen. Das Loslassen von dem Trugbild der Sicherheit (die es nicht gibt) und das Annehmen von der Liebe, solange sie da ist.

Wenn du keinen Käfig um deinen Partner baust und ihm die Wahl lässt, so wird er sich für dich entscheiden. Das setzt natürlich voraus, dass er sich für dich entscheiden will. Spürst du gerade dieses komische Kribbeln in deinem Bauch? Ja, es ist keine leichte Entscheidung. Und ihr könnt sie nur gemeinsam treffen. Gleiches Recht für alle!

Was also, wenn ihr darüber sprecht und beschließt, dass es „ok“ ist, mit anderen zu schlafen (wobei ihr hier natürlich wieder Regeln aufstellen könnt um eure Angst zu begrenzen und trügerische Sicherheit aufzubauen, die nicht existiert)? Im Extremszenario läuft dein Partner los und vögelt alles, was bei Drei nicht auf dem Baum ist. Wenn er das tut, muss das für dich dann immer noch ok sein? Nein, muss es nicht. Aber dann weißt du wenigstens, dass er es vorher schon getan hätte (und womöglich auch getan hat).

Für mich bezweckt eine offene Partnerschaft vor allem eines: Loyalität und Ehrlichkeit. Loyalität des Herzens (nicht des Körpers) und Ehrlichkeit zueinander anstatt voneinander weg (sprich lügen).

Im anderen Gegenbeispiel entscheidet ihr euch auch für eine offene Beziehung aber keiner nutzt die Möglichkeit, mit anderen zu schlafen. Auch ok, oder? Es hat sich nicht viel geändert.

Warum wir uns betrügen

Erst wenn es eines Tages soweit ist, dass einer von euch diese Option nutzen will, wird es interessant. Wie ihr damit umgeht (ich bin für ein ehrliches Ansprechen und Abklären bevor es passiert und so weit ins Detail, wie es der Partner wissen will) bleibt euch überlassen, das kann ja niemand vorgeben außer ihr selbst. Aber was vor allem interessant ist sind die Gründe, weshalb wir es tun. Und du wirst merken, es lässt sich schnell in nur 2 Kategorien zusammenfassen:

  • Ego & Selbstbestätigung
  • Abwechslung & Experimentierfreudigkeit

Ich wählte in meiner Beziehung damals den ersten Grund (brauchte Selbstbestätigung, dass ich es „immer noch drauf habe“), sie den zweiten („mal was anderes probieren“). Heute würde ich ebenfalls den zweiten wählen. Als bestes Beispiel ist mir folgendes in Erinnerung: eine Frau, mit der ich einmal zusammen war, wollte Sex mit einem Schwarzen. Sie hatte es noch nie gehabt und wir waren schwer verliebt. Sie hatte Angst, sie würde etwas verpassen, wenn wir noch inniger werden und womöglich für immer zusammen bleiben (diese Reaktion versteht jeder, der frisch und über beide Ohren verliebt ist. Nun ja, abgesehen von dem Schwarzen vielleicht, aber das ist ja nur ein Beispiel und jeder darf seine eigenen Träume ausleben). Genau das hätte sie davon abgehalten, sich mehr in mich zu verlieben. Eigentlich verrückt, oder? Aber es ist nun mal so. Und indem ich ihr die Angst nahm, etwas zu verpassen (und sie mir), gaben wir uns ein Geschenk. Es war kein Geschenk, sich mit anderen einzulassen, sondern wir uns miteinander. Ergibt das Sinn?

offene Partnerschaft

Freie Liebe ist ein Geschenk

Lass mich das noch einmal wiederholen in völliger Klarheit: Wenn du deinem Partner erlaubst, mit anderen zu schlafen, dann wird er dich im Umkehrschluss mehr zu schätzen wissen! Das kann er aus den „richtigen“ oder den „falschen“ Gründen tun. Was richtig und falsch ist, definierst du selbst. In meinem Fall gaben wir uns das Geschenk, uns von der Angst zu befreien, etwas zu verpassen. Wir haben den Fluch des „entweder wir oder du und jemand anderer“ gebrochen. Es war das Geschenk des: „Ich liebe dich, egal was passiert“.

Und das ist genau jene Liebe, die es meiner Meinung nach wert ist, gelebt zu werden: bedingungslose Liebe. Jeder Versuch, Liebe unter Bedingungen zu setzen, führt zum möglichen Verlust der Liebe (denk an den Schmetterling). Liebe ist immer nur ein Angebot. Erst wenn es beide nutzen wollen, entsteht die Basis für etwas Wundervolles.

Meine Erfahrung: als ich mit anderen Partnern „durfte“, „wollte“ ich plötzlich nicht mehr so richtig. Das Spiel (Flirten) blieb interessant, der Beweis (das „in die Kiste springen“) wurde unwichtig. Ganz im Gegenteil: Gerade weil ich die Möglichkeit hatte, begann ich ohne dem Nervenkitzel einer „verbotenen Versuchung“ zu vergleichen und mir wurde stets klar, dass ich meine Partnerin vorzog. Immerhin war sie eine unglaubliche Frau und das war der Grund, wieso ich mich in sie verliebt hatte und wir in einer Beziehung waren. Freie Liebe ist aber auch ein Geschenk, mit dem beide einverstanden sein müssen und das hängt davon ab, ob beide damit umgehen können. Und das führt zu weiteren unangenehmen Fragen, etwa:

  • Wenn du dir eine offene Beziehung vorstellen kannst, dein Partner aber nicht, ist er/sie dann richtig für dich (sprich: emotional auf gleicher Reife)?
  • Und wenn nicht, sollte ich dann nicht eigentlich jemanden suchen, der besser zu mir passt?
  • Und wenn ja, wäre es dann nicht ehrlich, gleich jetzt Schluss zu machen?

Jetzt wird es für viele wohl schon so unangenehm, dass Weiterlesen körperliche Schmerzen verursacht. Also brechen wir hier vorerst ab. Ich komme zum Fazit und freue mich auf dein Feedback als Kommentar…

Fazit

Wenn du in einer glücklichen Partnerschaft lebst, gibt es vielleicht keinen Grund das zu ändern. Wenn du unglücklich bist, ist es aber schon zu spät, diese Art von Veränderung vorzuschlagen. Freie Liebe setzt Vertrauen voraus. Wenn du deinen Partner für emotional reif genug hältst, spricht nichts dagegen, dieses Thema zu diskutieren. Es wird euch (egal wie das Gespräch ausgeht und ihr danach eine offene oder weiterhin monogame Partnerschaft habt) enger zusammenrücken lassen. (Glückliche) offene Beziehungen sind selten, weil sie viel Arbeit bedeuten. Dazu gehört vor allem Ehrlichkeit und den echten Willen zu bedingungsloser Liebe. Dazu ist nicht jeder bereit, denn es verlangt dir einen reflektierten Selbstwert und die Fähigkeit zum Loslassen ab. Doch wer das Risiko eingeht, wird mit einer ungeahnten Tiefe an Loyalität (des Herzens) belohnt, die (mich) deutlich eher an die romantische Idealvorstellung einer Liebe zwischen zwei Personen erinnert, als jede andere Form von erzwungener Treue. Eine monogame Partnerschaft ist nichts anderes als eine offene Beziehung, in der sich beide (freiwillig oder unfreiwillig) entschieden haben, nicht mit anderen zu schlafen. Ich persönlich gehe lieber auf Nummer sicher und frage nach, ob die Entscheidung freiwillig ist.

Hinweis: ich will jetzt definitiv nicht, dass alle plötzlich anfangen eine offene Beziehung zu führen. Da ich aktuell in keiner Partnerschaft lebe, weiß ich nicht einmal selbst, ob es in Zukunft wieder so sein wird. Das hängt immer von zwei Menschen ab und von der Beziehung, die sie zueinander haben. Was ich will ist jedoch, dass du dir Gedanken machst und für dich selbst entscheidest! Ja, auch bei unangenehmen Themen wie diesem. Nur so kannst du eigene Entscheidungen treffen und die sind nun mal die Grundlage für ein Leben nach eigenem Standard. Und genau um das geht es auf meinem Blog.

Alles Liebe,

Benedikt

P.S.: Zum Glück hassen mich kaum welche meiner Exfreundinnen. Manche. Ok, alle von ihnen. Aber wenigstens hat keine von ihnen versucht einen Profikiller auf mich anzusetzen. Zumindest keinen, von dem ich weiß. (Ray William Johnson)

P.P.S.: Ja, ich hatte eine offene Beziehung. Nein, es hat nicht zu Rumvögeln geführt. Ja, wir hatten gewisse Regeln. Nein, die erzähle ich hier nicht. Ja, es hat unsere Partnerschaft wirklich gestärkt. Nein, wir sind nicht mehr zusammen. Ja, die Ironie ist mir bewusst. Nein, die offene Partnerschaft war nicht der Trennungsgrund. Ja, ich schätze diese Frau nach wie vor sehr, sie bedeutet mir viel. Und jetzt hör auf mich mit diesen Ja/Nein Fragen zu nerven und fang an darüber nachzudenken, was ein Leben nach eigenem Standard für DICH bedeutet und ob du dir nach wie vor unreflektiert Grenzen vorsetzen lässt.

P.P.P.S.: Mehr Artikel zum Thema:

Das letzte P.S.: Nur weil dein Partner diesen Artikel auf Facebook oder Twitter teilt, bedeutet das nicht, dass er jetzt mit anderen vögeln will. Er beschäftigt sich bloß mit unangenehmen Fragen, vor denen andere sich drücken und hat den Mut, auch dazu zu stehen, dass er intelligent ist und ein Leben nach eigenem Standard gut findet. Völlig unabhängig von offenen oder monogamen Beziehungen.

Link-Tipp*: Warum gehen Männer auf Distanz?
Du glaubst an die Liebe doch schön langsam beginnst du dich zu fragen, was du eigentlich falsch machst… Du bist verliebt in einen Mann, der dir scheinbar nicht wirklich gut tut, gleichzeitig kommst du aber nicht von ihm los und empfindest eine regelrechte Sucht nach ihm? Dein Verstand sagt nein, dein Herz schreit ja!

Du durchlebst mit ihm leidenschaftliche Hochphasen, doch kurz darauf erfolgt die Ernüchterung und er zieht sich aus unerklärbarem Grund zurück? Er zeigt allerhand für Ablenkungsmanöver: flüchtet sich in die Arbeit, stürzt sich in Ausreden, verlässt das Land, weigert sich über seine Gefühle zu sprechen…

Du hast den Eindruck, diese gewissen „Beziehungsmuster“ wiederholen sich regelmäßig? Du hast Sätze wie “Ich brauche meinen Freiraum”, “Ich bin noch nicht soweit.” “Ich habe dich total gern aber ich will keine fixe Beziehung”, endgültig satt? Du hast das chronische Gefühl in deinen Beziehungen einfach zu kurz zu kommen, und bist eine Frau die viel mehr möchte?

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181 Kommentare, sei der nächste!

  1. Lieber Ben, wenn wir uns der alten Griechen bedienen, wir sogar diese Thema verständlicher
    Agape ist die Liebe ohne Bedingung, allumfassend. Bedingt sie sich erleben wir die Welt. Du und ich und natürlich auch alle anderen Menschen, entstammen der Liebe, der Quelle, weil sich die Liebe be-DING-t.
    Du berichtest hier von Eros, dem zweiten Aspekt der Liebe.
    Dann bliebt noch Philia, die freundschaftliche Liebe.

    Viel Freude an den Spielen der LIEBE :-)

    GRUSS
    Norbert

    1. Hallo Norbert,

      nicht unbedingt spreche ich nur von Eros. Ich spreche davon, dass viele Menschen Eros mit Agape verwechseln oder versuchen Agape zu „behalten“, indem sie Eros „einsperren“.

      Dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat (und natürlich doch zusammen gehört) zeigt diese Unterscheidung wie du sie bringst sehr gut. Danke dafür!

  2. Lieber Ben, dank dir für diesen offenen und radikalen Artikel, ich habe zwar oft mehr oder weniger in diesen Kategorien gedacht, mich aber nie sicher gefühlt, wirklich damit umzugehen…geschweige denn es zu können :-) Toller Impuls

    1. Hallo Tashi,

      danke für dein Feedback. Ich glaube es erfordert vor allem Mut, sich seinen eigenen Grenzen zu stellen und dann zu hinterfragen, ob sie wirklich die „eigenen“ sind! Toll, dass du das auch tust :)

      1. Vielen Dank, dass Du Dich getraut hast. Diejenigen, die das nicht gut finden, müssen sich Gedanken machen warum! Das ganze Spiel ist vollkommen verlogen aufgezogen. Warum soll ein Mann oder eine Frau ihr ganzes Leben lang auf alles andere verzichten und sich immer von der unweigerlich auftretenden Langeweile ablenken müssen? Warum? Weil die Religionen das so erfunden haben??? Man stelle sich einmal eine Welt vor in der JEDER zu JEDEM nett und freundlich wäre und nicht nur damit er einmal ein Geschäft macht oder einmal den einen Partnert um den Finger wickelt. Man wäre zusammen, so lange man sich mit einander wohl und gut fühlt und nicht weil das normalerweise ist, so lange es nicht ganz unerträglich ist. Beziehungen sind eindeutig zu einem Geschäft degradiert worden und niemand will es wahrhaben. Wenn es normal wäre, dass es kein Geschäft wäre und man diese extra gemachte Absicherung nicht bräuchte, könnten sich alle darum kümmern, wirklich gut zu sein (damit sie einen guten Partner bekommen ) und nicht nur so lnge gut zu scheinen, bis sie ihn (sicher) haben.

      2. Hallo Ben,

        ich habe Deinen Artikel mit Freuden und einem Schmunzeln auf den Lippen gelesen. Ist es doch genau das was ich gerade (er)lebe. Allerdings würde ich nicht das Wort offene Beziehung verwenden. Das hat für mich einen etwas faden Beigeschmack. Meine Definition dafür ist „open mind“.

        Ich könnte noch mehr dazu schreiben, aber das würde wohl den Rahmen eines Kommentares sprengen. Vielleicht schreibe ich meine Gedanken auch einmal in einem Artikel auf.

  3. Super Artikel, Ben. Finde ich gut, dass du dieses Thema mal so offen und gründlich ansprichst!

    Eine Anmerkung habe ich aber noch:

    Du schreibst mehrmals, dass eine offene Beziehung nicht zum rumvögeln mit anderen Personen führen muss/kann/wird. Für mich klingt das etwas so, als ob eine offene Partnerschaft ja sehr schön wäre, aber natürlich nur wenn sich Sex mit anderen Personen möglichst in Grenzen hält (etwa hier: „Meine Erfahrung: als ich mit anderen Partnern “durfte”, “wollte” ich plötzlich nicht mehr so richtig“).

    Warum wäre das denn so schlimm? Nehmen wir an, dass einer der Partner ein oder zwei mal pro Woche (ist hier einfach ein theoretischer Wert, der für die meisten Menschen sehr hoch sein dürfte) mit einer anderen Person schläft und alle Beteiligten mit dieser Situation gut klar kommen und sogar davon profitieren. Wenn wir verinnerlicht haben, dass Sex zwischen Menschen bei genügender emotionaler Reife eigentlich nur positive Emotionen hervorruft, ist daran doch nichts schlechtes.

    So lange, und das wäre meine Einschränkung, für die Beziehung zwei Faktoren gelten: genügend Zeit und genügend Raum, um existieren zu können. Der Schmetterling braucht schließlich auch eine Hand zum Landen;-]

    1. Hallo Nils,

      danke für dein Feedback!

      Nein im Gegenteil, ich kenne Paare, die auch in einer offenen Ehe jedes Wochenende rumgevögelt haben. Manche von ihnen waren damit glücklich, andere haben sich getrennt.

      Entscheiden muss jeder selbst. Ich persönlich will meine Partnerin auch sexuell attraktiv finden und wenn ich das nicht mehr tue würde ich die Partnerschaft an sich in Frage stellen (für mich gehört körperliche Nähe ebenfalls dazu). Es geht also um die Grenze, wo das „Fremde“ mehr Bedeutung erhält als der Partner. Ich für meinen Teil möchte eine Partnerschaft weil fast mein ganzer Fokus auf dieser Person liegt (auch in sexuellem Kontext). Das heißt aber nicht, dass das bei jedem so sein muss, darum ja auch die Bitte, diesen Text als besonders subjektiv wahrzunehmen ;-)

      Wie ist deine Erfahrung, hast du eine offene Beziehung die so „viel“ sexuellen Kontakt mit anderen Partnern (für beide Seiten) zulässt?

      1. Ich führe dann eine Beziehung zu meiner Freundin, wenn ich folgendes ehrlich behaupten kann:

        ich habe starke (Liebes-)Gefühle für meine Freundin und wir haben Zeit und Raum um das miteinander auszuleben. Punkt.

        Alles was darüber hinaus geht (also bspw. exzessives Rumvögeln oder von mir aus auch weitere Beziehungen) ist für mich in jedem Fall ok und ergibt sich aus meiner Sicht eh von selbst. Beispiel: ich gehe davon aus, dass meine Freundin nur das Beste für mich will und mich nicht bewusst verletzen will. Wenn ich mal einen ganz leichten Anfall von Eifersucht habe (=kleine emotionale Verletzung), gehe ich davon aus, dass ich an meiner emotionalen Stärke arbeiten muss, anstatt ihr das vorzuwerfen. So bin ich für meine „Probleme“ letztlich selbst verantwortlich, was mir sehr wichtig ist!

        p.s.: ich finde meine Freundin sexuell absolut attraktiv. Aber andere Frauen eben auch;-]
        p.p.s.: zum Punkt „weitere Beziehungen“ oben: Ist für mich selbst (und für meine Freundin, sagt sie) nichts, aber ich möchte meiner Freundin nichts verbieten. Gibt bestimmt Leute, die so leben möchten und die sollen das um Gottes Willen auch tun!

        1. Hi Nils, deine Art Beziehungen zu führen finde ich interessant und inspirierend. Besonders wichtig halte ich dabei die Aussage, dass du Verantwortung für dich übernimmst und anderen nichts Böses unterstellst. Wenn du dich mit Menschen umgibst die das auch so halten läuft es meiner Erfahrung nach sehr gut und unkompliziert :)

  4. Was für ein Blödsinn, den Leuten auch noch zu bestätigen, wie wichtig es ist,
    wissentlich durch den anderen Partner, sich durch die Betten zu vögeln.
    Wunderbar. Am besten versucht man erst gar nicht mehr an Beziehungen zu arbeiten.
    Nein, es gibt ja dafür einfachere Wege, vom „ Experten „ abgesegnet.

    1. Hallo Kirstin,

      schön, dass du dich für deine Meinung einsetzt. Es freut mich, wenn dich mein Artikel zum Nachdenken anregt! Dafür ist er da.

      Interessieren würde mich aber, wo ich propagiere, dass man sich durch die Betten vögeln soll. Genau davon distanziere ich mich ja. Ich denke, dass gerade das Auseinandersetzen mit dem Thema Treue und Loyalität zur „Arbeit“ an einer Beziehung gehört. Und ich glaube, dass die meisten Paare die sich „betrügen“, das tun, weil sie sich eben NICHT in der Tiefe diesem Thema gestellt haben.

  5. Was für ein Blödsinn, den Leuten auch noch zu bestätigen, wie wichtig es ist,
    wissentlich durch den anderen Partner, sich durch die Betten zu vögeln.
    Wunderbar. Am besten versucht man erst gar nicht mehr an Beziehungen zu arbeiten.
    Nein, es gibt ja dafür einfachere Wege, vom „ Experten „ abgesegnet.

  6. Was für ein Blödsinn, den Leuten auch noch zu bestätigen, wie wichtig es ist,
    wissentlich durch den anderen Partner, sich durch die Betten zu vögeln.
    Wunderbar. Am besten versucht man erst gar nicht mehr an Beziehungen zu arbeiten.
    Nein, es gibt ja dafür einfachere Wege, vom „ Experten „ abgesegnet.

  7. Hi Bededikt,

    echt klasse Post! Ich teile deine Meinung absolut! Ich führe momentan auch eine offene Beziehung. Dein geschriebenes kann ich nur bestätigen! Wenn ich Lust auf Sex mit einer anderen habe, dann aufgrund von Abwechslung. Aber durch die Möglichkeit ist mein Wunsch danach extrem geschrumpft :) .

    Mach weiter so mit deinen Posts! :)

    Liebe Grüße,
    Marco

  8. Verrückt, dass das Thema ausgerechnet jetzt kommt, was mich aktuell gerade selbst beschäftigt. Das Thema in der Partnerschaft anzusprechen, es gehört viel Mut dazu. Doch lieber mutig dem entgegen treten, als jahrelang für sich selbst „faule Kompromisse“ einzugehen.

    Ich bin auch so erzogen worden, dass Zusammenhalt und Treue sehr wichtig sind und lebe es noch heute. Es hat also einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. Doch ich stoße inzwischen in der Beziehung immer wieder an meine Grenzen und muss es in Frage stellen. Ich bekomme immer mehr eine freiere Denkweise. Leben und leben lassen, wenn ich meinen Partner wirklich liebe. Freiraum schaffen. Was nützt eine tolle Beziehung, wenn der Partner oder man selbst die eigene Sexualität nicht so ausleben kann/darf. Es wäre früher oder später dann sowieso zum Scheitern verurteilt. Vor ein paar Monaten wäre ich bei diesem Gedanken schon „gestorben“. Doch es ist letztendlich nicht gesagt, dass man zu 100% identisch zusammen passt.

    Und ich gebe dir recht, es geht nicht um das sinnlose herumvögeln. Eine Partnerschaft einzugehen bedeutet nicht, ein Eigentum erworben zu haben. Wichtig ist, es vorher offen, ehrlich und erwachsen anzusprechen, Regeln klar zu definieren und kann letztendlich sogar bereichernd sein. Es zu verschweigen – weil derjenige vielleicht Angst davor hat, seinen Partner nicht verletzen möchte und daher lieber heimlich und hinterrücks „verkehrt“ – wäre in meiner Welt feige und unfair dem anderen Partner gegenüber. Und irgendwann kommt es sowieso ans Tageslicht. Probleme lassen sich einfach nicht auf Dauer totschweigen. Was meinst du?

    Liebe Grüße
    und danke für diesen Denkanstoß,
    was ich natürlich nicht als generellen Freibrief verstanden habe! ;)

    P.S. Gibt es in der gesamten Tierwelt feste Beziehungen, oder machen nur wir Menschen uns das Leben selbst schwer???

    1. Hallo Anja,

      finde ich super, dass du deine Gedanken mit uns teilst. Danke!

      „Monogamie bei Tieren ist doch eher selten. Bei einzelnen Tiergruppen tritt es aber gehäuft auf. So spricht man schon von einer Monogamie, wenn Singvögel eine Fortpflanzungssaison nur mit einem Partner leben. Die lebenslange Dauerehe ist hier also noch seltener. Es gibt hier nur wenige wirbellose Tiere, Fische und wenige Säugetiere, die das tatsächlich praktizieren.“

      Quelle: http://www.hilfreich.de/monogamie-im-tierreich-welche-tiere-sind-treu_9180

  9. Ein interessanter Artikel, Ben. Das Schwierige ist, es wirklich zulassen zu können und sich von dem Gefühl der Eifersucht zu befreien. Eifersucht, genauso wie auch Neid, ist ein grausames Gefühl, welches einen auffressen kann und hat, wie du auch erwähnt hast, in erster Linie mit dem eigenen Selbstwert zu tun. Sich davon zu befreien ist oft sehr schwierig, aber wenn man es geschafft hat, wird man erst zu einem Menschen, der RICHTIG lieben kann, weil er sich dann nicht mehr auf seine Selbstbestätigung konzentrieren muss.
    Und wenn man zu diesem Punkt gekommen ist, dass man jemanden richtig liebt und diese Liebe von beiden Seiten gleich stark ist, dann will man auch gar nicht mehr betrügen. Dann sieht man in anderen Männern/Frauen gar keine potentiellen Kandidaten mehr.
    Der Begriff „offene Beziehung“ bedeutet also nicht das Gegenteil von „Treusein in der Beziehung“, wie vermutlich viele im ersten Moment missverstehen, sondern es ist genau das selbe. Wenn man in einer Beziehung nichts erzwingt und dem Partner alle Freiheiten lässt und auch weiß, man hat selbst alle Freiheiten, dann stellt sich die Treue von selbst ein.

    LG, Kiki

    1. Hallo Kiki,

      genial, dass du dich zu Wort meldest. Dein Satz „Der Begriff “offene Beziehung” bedeutet also nicht das Gegenteil von “Treusein in der Beziehung” sondern (…) ist genau das selbe. Wenn man in einer Beziehung nichts erzwingt und dem Partner alle Freiheiten lässt und auch weiß, man hat selbst alle Freiheiten, dann stellt sich die Treue von selbst ein.“

      Da bin ich absolut bei dir und habe diese Erfahrung ebenso gemacht! Es erfordert natürlich viel Mut und Vertrauen. *echtes* Vertrauen!

  10. Ich finde den Artikel gut! Ich glaube Kirstin hat ihn garnicht ganz gelesen, sonst wüsste sie, das hier nix abgesegnet wird. Einfach nur vie verschiedenen Wege dargestellt. Freiheit als voraussetzung für eine Monogame oder offene Beziehung dargsstellt wird.

    1. Hallo Bernd,

      selbst wenn respektiere ich ihre Meinung. Ich hoffe, sie antwortet nochmal.

      Und nochmal ganz konkret als Nachtrag: Eine monogame Partnerschaft ist nichts anderes als eine offene Beziehung, in der sich beide (freiwillig oder unfreiwillig) entschieden haben, nicht mit anderen zu schlafen (soll heißen: es gibt keine Kontrolle über die Liebe eines anderen Menschen.)

      Ich persönlich gehe lieber auf Nummer sicher und frage nach, ob die Entscheidung freiwillig ist.

  11. Ich finde den Artikel gut! Ich glaube Kirstin hat ihn garnicht ganz gelesen, sonst wüsste sie, das hier nix abgesegnet wird. Einfach nur vie verschiedenen Wege dargestellt. Freiheit als voraussetzung für eine Monogame oder offene Beziehung dargsstellt wird.

  12. Ich finde den Artikel gut! Ich glaube Kirstin hat ihn garnicht ganz gelesen, sonst wüsste sie, das hier nix abgesegnet wird. Einfach nur vie verschiedenen Wege dargestellt. Freiheit als voraussetzung für eine Monogame oder offene Beziehung dargsstellt wird.

  13. Ich finde den Artikel gut! Ich glaube Kirstin hat ihn garnicht ganz gelesen, sonst wüsste sie, das hier nix abgesegnet wird. Einfach nur vie verschiedenen Wege dargestellt. Freiheit als voraussetzung für eine Monogame oder offene Beziehung dargsstellt wird.

  14. Ich finde den Artikel gut! Ich glaube Kirstin hat ihn garnicht ganz gelesen, sonst wüsste sie, das hier nix abgesegnet wird. Einfach nur vie verschiedenen Wege dargestellt. Freiheit als voraussetzung für eine Monogame oder offene Beziehung dargsstellt wird.

  15. …ich hatte nicht den Eindruck, dass es hier um Sex ginge, denn das ist ja bekanntlich eine tierische Gegebenheit?!
    Hier geht es um und , wenn ich es richtig verstanden habe…?!

  16. Was soll ich sagen …. extra provoziert. Ich wundere mich, dass sich so wenig zu Wort melden. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass man ja schon fast als blöd dasteht, wenn man anderer Meinung als Ben ist. Für mich ist das unterste Schublade des Marketing.
    Ich versuch trotzdem meine Meinung zu sagen .. und Ben Du kannst Dir den Kommentar … „schön, dass ich Dich angeregt habe nachzudenken“ gerne sparen. Ich denke auch ohne Dich nach.
    Eins vorweg. Ich bin in einer Ehe seit über 15 Jahren, habe 4 Kinder, bin glücklich verheiratet und habe guten Sex.
    Wenn ich Deinen Artikel lese, habe ich das Gefühl, dass Du die Menschen (für Dein Ego?) auf Deine Meinung einschwören willst. Aus meiner Sicht gibt es,, wie Du ja selbst schreibst, keine Garantie, dass die Version „freie Liebe“ besser ist. Es wird für den einen so und für den anderen so passen. Eigentlich kannst weder Du, noch ich dazu ein wirklich wertvolles Urteil abgeben. Ich kenne die „freie Liebe“ nicht, Du die Ehe. Es kotzt mich an, wenn sich jemand anmaßt, etwas zu beurteilen, dass er überaupt nicht kennt.
    Und diese Behauptung man wäre in einer Ehe gefangen und könnte sich nicht rei entfalten – bla,bla,bla.
    Wir haben eine sehr gute offene (im Sinne von – wir sprechen miteinander) Beziehung. Warum man mit andern Menschen schlafen muss, um glücklich zu sein verstehe ich wirklich nicht. Wir haben in unserem Sexualleben schon viele Dinge ausprobiert und verworfen und sind da oft sehr kreativ. Ich persönlich empfinde es nicht als Einschränkung sondern als Bereicherung sich auf den Partner voll einzulassen und genau zu wissen, wie er sexuell tickt.
    Und ganz grundsätzlich: Wie arm ist die Welt geworden, wenn eine sinnvolle Beziehung nur noch am Sex gemessen wird.
    Ja, ich weiß, das hast Du nicht geschrieben und ich habe Dich natürlich mißverstanden. Ist mir aber ziemlich egal gerade. Ich war das letzte Mal auf dieser Webseite. So einen Geistesmüll tue ich mir nicht an sorry.

    1. Hallo Johanna,

      es ist schade, wenn ich dich als Leserin verloren habe. Wenn dir meine Worte nicht gefallen musst du sie ja nicht lesen. Deine Kritik ist berechtigt, hat aber wenig mit meinem Ansatz hier zu tun.

      Weil du meinst ich drehe es so oder so in eine Richtung, dass du dumm dastehst.. da hast du Recht. Weil du dich anscheinend dumm fühlst, sobald ich antworte (egal was). Das tue ich gerade. Sorry… aber Totschweigen bringt finde ich nix. Ich bin schlussendlich mit diesem Artikel online gegangen um den Dialog zu fördern und nicht das Totschweigen.

      Darum gehe ich jetzt den Mittelweg. Ich poste keine „Antwort“ auf deinen Kommentar, sondern ich kopiere nur etwas rein, was schon vorher in meinem Artikel stand: „Hinweis: ich will jetzt definitiv nicht, dass alle plötzlich anfangen eine offene Beziehung zu führen. Da ich aktuell in keiner Partnerschaft lebe, weiß ich nicht einmal selbst, ob es in Zukunft wieder so sein wird. Das hängt immer von zwei Menschen ab und von der Beziehung, die sie zueinander haben. Was ich will ist jedoch, dass du dir Gedanken machst und für dich selbst entscheidest! Ja, auch bei unangenehmen Themen wie diesem. Nur so kannst du eigene Entscheidungen treffen und die sind nun mal die Grundlage für ein Leben nach eigenem Standard. Und genau um das geht es auf meinem Blog.“

  17. Jetzt brauch ich nur noch eine Art „Anleitung“, wie ich mich von dem Gefühl der Eifersucht befreien kann :)

  18. Das war klar, dass Du meine Meinung nicht auf Deinem Blog veröffentlichst. Es geht ja für Dich nicht um eine Leben nach eigenem Standard sondern ganz banal um eine Marketingmasche. Mal sehen, wie lange dieser post drin bleibt.

    1. Hallo Johanna,

      es tut mir Leid, aber alle Kommentare die zum ersten Mal veröffentlicht werden benötigen eine manuelle Überprüfung (Dadurch wird Spam verhindert).

      De facto habe ich noch nie einen Kommentar auf meinem Blog gelöscht (der von einem echten Menschen kam). Ich persönlich bevorzuge nämlich den Dialog. Aber auf mich wirkt es eher so, als würdest du dich persönlich angegriffen fühlen und dich nun in dieser Annahme bestätigt fühlen, weil mein Blog-System deinen ersten Kommentar hier nicht automatisch zugelassen hat.

      Hmm… mehr als „Sorry“ sagen bleibt mir also nicht. Es würde mich freuen, wenn du diese Unterstellung also auch zurücknehmen könntest.

  19. Das war klar, dass Du meine Meinung nicht auf Deinem Blog veröffentlichst. Es geht ja für Dich nicht um eine Leben nach eigenem Standard sondern ganz banal um eine Marketingmasche. Mal sehen, wie lange dieser post drin bleibt.

  20. Das war klar, dass Du meine Meinung nicht auf Deinem Blog veröffentlichst. Es geht ja für Dich nicht um eine Leben nach eigenem Standard sondern ganz banal um eine Marketingmasche. Mal sehen, wie lange dieser post drin bleibt.

  21. Das war klar, dass Du meine Meinung nicht auf Deinem Blog veröffentlichst. Es geht ja für Dich nicht um eine Leben nach eigenem Standard sondern ganz banal um eine Marketingmasche. Mal sehen, wie lange dieser post drin bleibt.

  22. Das war klar, dass Du meine Meinung nicht auf Deinem Blog veröffentlichst. Es geht ja für Dich nicht um eine Leben nach eigenem Standard sondern ganz banal um eine Marketingmasche. Mal sehen, wie lange dieser post drin bleibt.

  23. Wir alle wollen geliebt werden und fürchten uns davor, den Menschen, den wir lieben, zu verlieren. Aber wie oft verdrehen wir uns selbst dabei und vergessen, uns selbst (zuerst) zu lieben? Und leider ziehen es viele Menschen vor, angelogen zu werden. Danke für diesen sehr guten Artikel zu einem polarisierenden Thema.

  24. Super interessanter Kapitel mit vielen guten An-&Einsichten.
    Auch wenn ich bisher keine offene Beziehung führe oder geführt habe, kann ich beide angegebenen Gründe sehr gut nachvollziehen und denke, dass“einsperren und unterdrücken von Bedürfnissen“ wesentlich mehr Beziehungen beendet haben, als es Ehrlichkeit und Offenheit je können…

    1. Hallo Gunnar,

      schlussendlich ist es jedem selbst überlassen und ich persönlich habe auch sehr glückliche monogame Partnerschaften geführt. Glück ist für mich von der sexuellen Ausrichtung der Beziehung zu großen Teilen entkoppelt (vgl. den Kommentar von Norbert weiter oben). Dennoch denke ich, dass die Metapher mit dem Schmetterling von Orlando Owen sehr zutrifft.

  25. Das „Besitzen-Wollen“ und die „Meins-Deins“ Philosophie hat meiner Meinung nach sowieso als Denkmodell ausgedient. Die boomende Shareconomy zeigt es vor, Coworking, Carsharing, Airbnb, Foodsharing und jetzt „Love Sharing“ :)

    Die Frage, die ich mir schon oft gestellt habe ist: Macht uns Exklusives glücklicher?

    Vielleicht hinkt der Vergleich mit den materiellen Dingen, aber in einer monogamen Beziehung erhebe ich genauso Anspruch auf Exklusivität, wie ich es bei einem Grundstück oder bei einem Auto tun würde.

  26. Ja, das war die bessere Antwort auf die Frage. Denn die Weltanschauung von Menschen interessiert mich mehr, als das was gerade um einen herum so passiert… Und ja, ich verstehe den Reiz an der Geschichte. Aber deswegen schreib ich nicht, ich wollte doch etwas über Katzen erzählen. Von der Liebe verstehe ich ja nicht viel. Ich weiß sowieso nicht warum darüber niemand spricht. Ich habe eine Katze und ja zugegeben, ich wollte eigentlich keine. Sie ist da, wenn es mir richtig gut geht und sie sitzt neben der Kloschüssel, wenn ich mir eine Salmonellenvergiftung eingefangen habe. Zugegebenermaßen ist sie wie mein Schatten, manchmal steht sie mir im Weg herum, läuft mir über die Tastatur, wenn ich schreibe und manchmal habe ich das Gefühl, sie wär mir ein echter Klotz am Bein. Zudem fällt mir bei Zeiten ein, dass es auch Katzen gibt, die vieleicht mehr Haare und weniger Blähungen haben. Theoretisch könnte ich ja sieben Katzen in sieben verschiedenen Wohnungen haben. Praktisch nicht, weil ich mir sicher bin, dass sie in der Wohnung irgendwo wiedermal etwas Schnurartiges finden könnte, das ihr den Darm verlegt. Und was, wenn ich gerade nicht da wäre, bei einer der sechs anderen Katzen, wärend ein tödlicher Darmverschluss droht? Ich glaube, ich würde das bedauern. So wie ich es bedauere, wenn sie wiedermal so blöd war und sich hat von einer Biene stechen lassen. Wenn ich sie ansehe, dann weiß ich, wie sie sich verhalten wird und wenn sie friedlich dösend in der Sonne liegt, dann macht mich das glücklich. Meine Katze.

      1. Warum hast du folgendes gelöscht?

        Hallo Benedikt,
        haha, nein ich glaub du hast das falsch verstanden. Ich dachte bloß, so wäre es einfacher zu verstehen…Aber ich versuch’s mal anders. Ich glaube, dass hinter deiner Auffassung eine Konzeption des Subjekts steckt, die das Subjekt als etwas (zu sehr) Autonomes fasst. Diese Auffassung dürfte allerdings ihrerseits problematisch sein, da der Mensch Zeit seines Lebens nicht völlig unabhängig von Anderen existieren kann. Man denke an die Phase der Kindheit, an Krankheit und Alter. Und es ist nicht zufällig, dass in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft gerade diese Aspekte menschlichen Lebens zusehens in Institutionen gedrängt werden. Ich will meinen, dass dieser Umstand von sehr vielen verschieden Faktoren abhängt (Art und Weise des Erwerbslebens, Sozialstruktur uvm.), aber mitunter auch dadurch bedingt ist, dass die Begriffe der Moral mittlerweile zu leeren Begriffen geworden sind (siehe dazu insbes. MacIntyre). Das Resultat: Wir haben keine. Kierkegaard hatte einst geschrieben, dass eine Lebensanschauung, die den Sinn des Lebens von äußeren Bedingungen abhängig macht, Verzweiflung ist. Im Leid zu leben sei also im gleichen Sinne Verzweiflung, wie im Genuß zu leben, denn es wäre eben Verzweiflung, sein Leben in Dingen zu haben, dessen Wesen es ist zu vergehen. Die “Liebe” von der du hier sprichst vermisst eben diese Dimension des Moralischen, die hier von Kierkegaard negativ benannt wird. Und das ist, so denke ich, genau das, was Menschen irgendwie bemängeln mögen (leider spricht es selten jemand aus, meist ist es eine emotionale Reaktion). Aber wie ist es überhaupt möglich – gerade heute – Sexualität und Liebe in Kategorien der Moral zu denken? Ist das nicht anachronistisch? Haben wir uns nicht gerade in der Bewegung der 68er von diesen erdrückenden Normen befreit? Die Neuentdeckung der Tugendethik in der Gegenwart, die wohl ohne die zunehmende Unzufriedenheit mit utilitaristischen und deontologischen Theorien gar nicht zustande hätte kommen können, hat dazu geführt, Themen in die Ethik einzuführen, die lange Zeit in Vergessenheit geraten waren. Ein Konzept davon ist die eudaimonia (als Gedeihen und Gelingen der Lebensführung, auch: Glückseligkeit). Diese wird erreicht durch die Ausbildung der Tugend (arete) und der praktischen Klugheit (phronesis). Äußeren Güter (wie z.B. Gesundheit, Wohlstand, usw.) kommt bei Aristoteles ebenso ein Stellenwert zu; entgegen der Philosophie der Stoa und jener Kants, die diese für nicht obligatorisch erklärten. Ein tugendhafter Mensch lässt sich nicht von seinen Emotionen der Lust und Unlust hin und her reißen und eben dadurch unterscheidet er sich vom Tier. Die Liebe, der es an Tugendhaftigkeit mangelt, ist eben darum ein Schmetterling, wie du so schön formulierst, deswegen besteht auch die einzige Möglichkeit, deine Partnerin zu halten, darin, dass du sie “glücklich” machst. Nur wie: “glücklich”, wenn es dem Glück an etwas ermangelt? Ich habe eingangs erwähnt, dass ich das Konzept eines (völlig) autonomen Subjekts für illusionär halte. Wenn es also so ist, dass wir von einem solchen gar nicht ausgehen können, dann ergibt sich womöglich für die Liebe eine besondere Art der Verantwortlichkeit, welche sich in der Praxis nicht auf beliebig viele Menschen ausdehnen lässt. Ich stimme mit dir überein, dass sich Liebe eben auch nicht erzwingen lässt. Deswegen schwört man ja nicht auch jedem/jeder X-beliebigen die Treue. Für dich vieleicht paradox, aber Treue, lässt sich mit ein bisschen Kant auch aus Freiheit erklären: Wenn ich aus moralischen Gründen treu bin, dann kann dies gar nicht aus Zwang bestehen, denn wäre es Zwang, so wäre meine Handlung keine moralische. Denn Moralität setzt die Freiheit voraus sich an moralischen Prinzipien zu orientieren. Freiheit aber ist Gesetzen zu folgen, die sich die Vernunft selbst gegeben hat. Habe ich es jetzt ein bisschen besser erklärt, als mit meiner Katzenanekdote?

        Lieber Benedikt,
        ich weiß nicht was genau du dir unter “folgerichtig” vorstellst und ich weiß auch wirklich nicht, ob man ihn auf einen solchen Artikel überhaupt anwenden kann, denn ich erkenne hier keine stringente Argumentation. Mein Problem damit fängt ja schon bei deinen ersten deskriptiven “Prämissen” an. Etwa: wir (wer eigentlich?) würden aus Gewohnheit in monogamen Beziehungen leben, seien aus psychologischen Gründen gegen offene Beziehungen (ein induktiver Schluss von dir selbst auf “alle”?) oder “früher war der Zusammenhalt in der Familie wichtig” (man fragt sich: heute nicht mehr? Offensichtlich gibt es noch Menschen die Kinder haben und um die wird sich jemand kümmern müssen. Was macht eigentlich eine Alleinerziehende, wenn sie ins Krankenhaus muss mit ihren Kindern?) Ich weiß, dass du das selber nicht dezidiert gesagt hast, aber ich kenne Polyamoröse (Kado) die folgendermaßen argumentieren: “Weil es ein empirisch fassbares Versagen monogamer Lebensentwürfe gibt (siehe auch Scheidungsrate), sei die polyamoröse Lebensform der monogamen zu bevorzugen.” Und das ist tatsächlich ein naturalistischer Fehlschluss (Sein-Sollen-Dichotomie; siehe etwa Moore und David Hume). D.i. hier wird unerlaubterweise von rein deskriptiven Prämissen (Sein) auf wertende Prämissen (Sollen) geschlossen. Ich weiß du machst das nicht, ich hab’s nur schon zu oft gehört und ich meinte es schwänge vieleicht auch irgendwie mit. Also: Wenn das obige eine Argumentation sein soll (ich denke es ist eher eine Preisgabe deiner momentanen Empfindungen), dann sind deine Prämissen entweder falsch oder aber deskriptiv und beides führt am Ende dazu, dass der Schluss nicht funktioniert. Zur Liebe: mir scheint ein ebenfalls, völlig unreflektierter Begriff (Liebe, was ist das eigentlich?), der hier nirgendwo thematisiert wird. Aber vieleicht lässt er sich in der Passage auffinden, wo du sinngemäß sagst “und plötzlich war mir das Herumvögeln nicht mehr wirklich wichtig, meine Freundin war mir wichtiger.” Warum eigentlich? Hast du dich das schonmal gefragt? Das Problem, das ich ansprechen möchte, scheint mir ein generelles zu sein und nicht bloß “offene Beziehungen” zu betreffen. Aristoteles schreibt in seiner Nikomachischen Ethik, dass die Liebe, welche bloß auf Lust oder auf Nutzen (bei dir vieleicht als Ego- und Selbstbestätigung) beruhe von kurzer Dauer sei, denn diese Liebe ende eben mit dem Enden von der Lust bzw. dem Nutzen. (Ich will wohlwollend meinen, dass du Menschen mit denen du schläfst nicht bloß “benutzt”, sondern sie auch in gewisser Weise als Menschen schätzt. Aber was könnte es mehr sein als ein “Wohlwollen”, als eine Art “Politik der Freundschaft” (siehe Derrida) auf die Sexualität des Menschen angewandt? Aber was, und diese Frage scheint mir unbeantwortet, und wäre allerdings wichtig für eine ernsthafte Diskussion über das Phänomen der Polyamorie, bleibst du diesen geschuldet? Welche Verantwortlichkeit soll sich daraus ergeben? (Wenn etwa der Andere in Nöten ist oder wenn plötzlich aus diesen Verbindungen Kinder entspringen (ich weiß, wir können heute verhüten, aber sieh dir mal den Pearl-Index an), wenn jemand krank wird (ich lese hier nichts über die Risiken der Promiskuität, wie etwa HIV oder Tripper und viele andere Geschlechtskrankheiten). Die Ehe hat ihre Antwort, die Polyamorie (noch) nicht.) Aber um zurückzukehren zur Frage, warum um alles in der Welt, “Liebe” überhaupt etwas dauerhaftes sein soll: Kann man sie nicht nur im Augenblick genießen und dafür dankbar sein? Sicher, man kann und man sollte es auch. Aber ich würde nichts investieren in eine “Liebe”, die sich eben bloß aus Gründen der Lust oder des Nutzens ergibt. Der Grund hierfür liegt darin, dass ich dafür argumentiere, dass eine solche Liebe dem Wesen des Menschen nicht angemessen sei (was kein naturalistischer Fehlschluss ist, denn das Argument ist teleologisch und fragt nach dem, was der Mensch als Mensch bedarf (vgl. hierzu Anscombe). Und hier kommen wir dann auch zu dem Punkt, den du offensichtlich falsch verstanden hast: Der Freiheit. Freiheit ist bei Kant eben nicht Willkür (sich für dies und jenes zu entscheiden), sondern entspringt aus der Fähigkeit des Menschen zu Moral. Darin auch liegt die Würde des Menschen. Moral hat einen Zielpunkt (telos) und dieser liegt in der Glückseligkeit (eudaimonia). Nun kann diese (die Glückseligkeit) für den Menschen nicht erreicht werden, wenn man sich der Moral entledigen wolle, denn der Mensch bleibt und ist auch ein soziales Wesen. Für Kant besteht die “eudaimonia” in einer Art moralischen Selbstzufriedenheit, und es ermangelt mir im kant’schen System an etwas, das sich bei Aristoteles viel konkreter auffinden lässt: der phronesis, oder praktischen Klugheit. Kurzum: Wäre ein Leben ein glückliches, wenn du zwar in Zeiten des Erfolgs und der Gesundheit, aber nicht in Zeiten des Misserfolgs und Krankheit auf deine Freunde, deine Familie, deine “Liebe” zählen könntest? Und bedarf nicht jeder Andere eben um dasselbe? Wie du siehst, ich argumentiere nicht klar für eine monogame Beziehung, aber bloß eine Beziehung zu haben, welche eben diese Bedeutung trägt und diesen Wert hat, müsste jemanden eigentlich schon mehr als bescheiden stimmen. Vieleicht gibt es eine solche Beziehung, die für mehrere gilt, allerdings scheint sie mir schwer aufzufinden. Das “Herumvögeln” scheint grundsätzlich moralische Fragen aufzuwerfen, für die die Polyamorie (noch) keine Antworten hat. Du fragst mich auch nach meinem Privatleben…nunja, ich glaube nicht, dass persönliche Erfahrungswerte für die Argumentation besonders wichtig sind. Im Großen und Ganzen “verstecke” ich mich nicht hinter einem Haufen Literatur, sondern mein Denken macht aus mir, was ich bin oder besser wo ich in meiner Denkbewegung gerade stehe. Aber auch ich entstamme einer Generation, aus deren Sexualkundeunterricht sich nicht erschließen ließ, dass menschliche Beziehungen wesentlich komplexer sind, als das Paarungsverhalten der Maikäfer. Und auch ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen und bin am Weg. Ich hatte verschiedenste Beziehungen und ich habe zwei wundervolle Kinder. Eines aus einer offenen Beziehung, in deren Mittelpunkt eine Dreiecksbeziehung stand und eines aus einer Ehe. Erstere scheiterte wohl an einem allzu platten Hedonismus (und nein, wir sind deshalb auch keine Feinde geworden, wir leben aber auch nicht mehr zusammen). Letztere nahm ihr tragisches, absolutes Ende. Es gibt Dinge, die stehen einfach nicht in unserer Macht. Liebe Grüße, Nicole

  27. @Kiki: wenn du LIEBE von deinem EGO unterscheiden lernst und dann voneinander entkoppelst, wirst du herrlich-eifersuchtsfreie Zeiten erleben, versprochen!!

  28. @Kiki: wenn du LIEBE von deinem EGO unterscheiden lernst und dann voneinander entkoppelst, wirst du herrlich-eifersuchtsfreie Zeiten erleben, versprochen!!

  29. @Kiki: wenn du LIEBE von deinem EGO unterscheiden lernst und dann voneinander entkoppelst, wirst du herrlich-eifersuchtsfreie Zeiten erleben, versprochen!!

  30. @Kiki: wenn du LIEBE von deinem EGO unterscheiden lernst und dann voneinander entkoppelst, wirst du herrlich-eifersuchtsfreie Zeiten erleben, versprochen!!

  31. Guten Morgen Benedikt,
    des passt schon, würd ich sagen…..
    Die wahre Liebe ist schwer zu finden und auch schwer zu halten, wenn sowas überhaupt möglich ist. Ich denke es liegt hauptsächlich daran, daß man der Liebe am Anfang noch elativ viel Platz einräumt und später immer weniger.
    Da ist die Liebe immer. Sie geht nie weg, verlässt uns nie …. doch es hängt entscheidend davon ab, wieviel Platz wir ihr einräumen in unserem Leben ….

  32. ….egal für welche form der partnerschaft paare sich entscheiden…entscheidend ist doch,dass es sich für beide gut und richtig anfühlt :)…danke für diesen artikel :)..

    1. Hallo Birgit,

      absolut! Mein Wunsch ist es bloß, auch kontroverse Themen als Denkanstoß zu präsentieren. Wenn sich nur ein paar aufgrund des Artikels konkret mit ihrer Liebe befasst und sie dadurch enger zusammenrücken ist das schon ein Gewinn :)

  33. ….egal für welche form der partnerschaft paare sich entscheiden…entscheidend ist doch,dass es sich für beide gut und richtig anfühlt :)…danke für diesen artikel :)..

  34. ….egal für welche form der partnerschaft paare sich entscheiden…entscheidend ist doch,dass es sich für beide gut und richtig anfühlt :)…danke für diesen artikel :)..

  35. ….egal für welche form der partnerschaft paare sich entscheiden…entscheidend ist doch,dass es sich für beide gut und richtig anfühlt :)…danke für diesen artikel :)..

  36. Jou, die arme Katze muss sterben wenn Du nicht auf sie aufpassen kannst, weil Du vielleicht gerade dabei bist ein Spanferkel zu essen. Aber dessen Leid musstest Du ja nicht mit ansehen. Also am Besten auch wegkucken wenn der Partner mal später heim kommt, weil er mal wirklich offen über etwas reden wollte und daher „fremdredet“. :D
    Wir hatten von Anfang an eine offene Beziehung „vereinbart“ und nun scheint es doch nicht wirklich durchführbar. Ich weiß auch nicht ob ich wirklich „fremdvögeln“ würde. Aber wie inzwischen schon mehrfach erwähnt, ist wahre Liebe frei von Besitzansprüchen. Ansonsten ist es keine Liebe sondern ein Egotrip. Mein Haus, meine Frau, mein Auto… Macht mal die Augen zu, dann seht Ihr was wirklich eich gehört. Es ist alles nur ausgeliehen. Wir dürfen eine Weile damit spielen und dann nimmt es sich das Leben wieder zurück. Seit dankbar für die herrlichen Spielsachen und die Momente in denen Ihr sie genießen dürft. Dann wird das Leben deutlich einfacher.
    Mal wieder ein schöner Artikel vom Revoluzer! So mag ich Ihn. Über Banalitäten schreiben und lesen ist verschwendung kostbarer Lebenszeit. :D

    1. Hallo Günther,

      „alles nur ausgeliehen“ das ist ein toller Satz. Darf ich den „klauen“? ;-)

      Und die Lebenszeit.. das ist mein typisches „Messinstrument“ wenn es um sinnvolle (oder -lose) Aktivitäten geht. Ich frage mich dann immer: „Will ich meine Lebenszeit darauf verwenden?“

      Danke Günther!

  37. Hi Ben, Ich finde deinen Artikel gut und denke ziemlich ähnlich…mir ist jedoch aufgefallen, dass auch Lebensphasen eines Menschen eine Beziehung oder Partnerschaft sehr beeinflussen können z.B. ein 22 jähriger Mann und ne 36 jährige Frau führen eine Beziehung…die Frau möchte vl ein Kind weil sie nicht mehr soo viel Zeit hat Kinder auszutragen…der junge Mann hingegen möchte es vl auch…nur will er es nicht, weil er einfach noch seine Zeit nehmen möchte um zuerst selbst zu Leben bevor er bereit für diesen Schritt ist. So ein Lebensumstand kann eine Beziehung schon beenden, auch wenn man sich sehr liebt, allein durch so eine Situation…wie denkst du drüber? :) P.S.: Die Metapher mit dem Schmetterling ist Klasse und passt einfach!

    1. Hi Ilja,

      ich kenne so eine Situation ziemlich gut (sowohl aus eigener Erfahrung als auch durch meinen Bekanntenkreis).

      Wenn sich diese zwei in deinem Beispiel entschließen zusammen zu bleiben dann haben sie ja schon eines richtig gemacht: vorher drüber zu sprechen. Sollte er Kinder wollen kann er das später auch, das ist ihr Risiko. Sollte sie es jetzt wollen (und er nicht), ist es sein Risiko.

      Aber zusammen zu bleiben ohne darüber zu sprechen oder dem anderen den Wunsch ohne „echtes“ Einverständnis zu erfüllen hat für mich nicht viel mit einem Leben nach eigenem Standard zu tun.

      Ich habe nie gesagt, dass es dadurch einfacher wird ;-) Aber ehrlicher…

  38. Hallo Ben,

    ein interessanter Artikel. Das Thema offene Beziehung ist mir immer wieder über den Weg gelaufen. Ich selbst konnte mich nie dafür entscheiden. Nicht weil ich unter Verlustängsten leide, sonder weil ich Treue und das Treueversprechen als einen echten Wert ansehen. Ich kenne aber selbst auch Beziehungen, die sich in einem offenen Modell prächtig entwickelt haben, zwar keine Ehen mit Kindern, aber auch das will ich nicht ausschließen. Ich denke daher, dass ich das Thema relativ undogmatisch betrachten kann. Aus dem was du schreibst geht eigentlich hervor, dass du das ebenso siehts. Ein Leben nach eigenen Standarts kann ja auch heißen, dass man als Paar die Regel aufstellt: Apetit darf man sich draußen holen, aber gegessen wird zuhause.

    Ich stimme dir zu, dass es eine ungünstige Konstellation ist, wenn ein Partner sich innigst eine offene Beziehung wünscht, der andere aber nicht. Stutzig bin ich nur an einer Stelle geworden an der du ersteres mit „emotionaler Reife“ gleichzusetzten scheinst, bzw. letzteres mit Unreife. Wenn du das so tatsächlich so siehst, kann ich leider nicht mehr ganz mitgehen. Ich kenne Menschen, zu denen ich aufgrund ihrer Reife aufschaue, die sich für das Treuegelöbnis entschieden haben, einige sogar für das Zölibat. Wie gesagt, ich kann beide Modelle respektieren und schätzen, wenn Sie ehrlich und aus dem Herzen heraus gelebt werden. Schade finde ich, wenn Treue nur noch mit Verlogenheit gleichgesetzt wird, was ich leider immer wieder erlebe.

    1. Hallo Matthias,

      ich finde es wichtig, dass ich in meinen Partnerschaften das Thema Treue und Loyalität offen anspechen kann. Das meine ich mit „emotionaler Reife“ denn nicht alle sind bereit dafür und haben Angst vor diesen Gesprächen. Das wäre sogesehen dann keine passende Partnerin für mich.

      Wer sich gemeinsam und freudvoll für Monogamie entscheidet hat meinen Respekt ebenso wie ein Paar, das sich für eine andere Form von Beziehung entscheidet. Für mich ist in dem Fall der Wert „Gemeinsame Entscheidung“ bedeutungsvoll, ganz losgelöst davon, wie die Entscheidung lautet. Was ich ablehne ist eben das „Totschweigen“ und „machen wir es wie die anderen“ ohne genau zu wissen, was das eigentlich bedeuten soll.

  39. Hallo Benedikt,

    haha, nein ich glaub du hast das falsch verstanden. Ich dachte bloß, so wäre es einfacher zu verstehen…Aber ich versuch’s mal anders. Ich glaube, dass hinter deiner Auffassung eine Konzeption des Subjekts steckt, die das Subjekt als etwas (zu sehr) Autonomes fasst. Diese Auffassung dürfte allerdings ihrerseits problematisch sein, da der Mensch Zeit seines Lebens nicht völlig unabhängig von Anderen existieren kann. Man denke an die Phase der Kindheit, an Krankheit und Alter. Und es ist nicht zufällig, dass in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft gerade diese Aspekte menschlichen Lebens zusehens in Institutionen gedrängt werden. Ich will meinen, dass dieser Umstand von sehr vielen verschieden Faktoren abhängt (Art und Weise des Erwerbslebens, Sozialstruktur uvm.), aber mitunter auch dadurch bedingt ist, dass die Begriffe der Moral mittlerweile zu leeren Begriffen geworden sind (siehe dazu insbes. MacIntyre). Das Resultat: Wir haben keine. Kierkegaard hatte einst geschrieben, dass eine Lebensanschauung, die den Sinn des Lebens von äußeren Bedingungen abhängig macht, Verzweiflung ist. Im Leid zu leben sei also im gleichen Sinne Verzweiflung, wie im Genuß zu leben, denn es wäre eben Verzweiflung, sein Leben in Dingen zu haben, dessen Wesen es ist zu vergehen. Die „Liebe“ von der du hier sprichst vermisst eben diese Dimension des Moralischen, die hier von Kierkegaard negativ benannt wird. Und das ist, so denke ich, genau das, was Menschen irgendwie bemängeln mögen (leider spricht es selten jemand aus, meist ist es eine emotionale Reaktion). Aber wie ist es überhaupt möglich – gerade heute – Sexualität und Liebe in Kategorien der Moral zu denken? Ist das nicht anachronistisch? Haben wir uns nicht gerade in der Bewegung der 68er von diesen erdrückenden Normen befreit? Die Neuentdeckung der Tugendethik in der Gegenwart, die wohl ohne die zunehmende Unzufriedenheit mit utilitaristischen und deontologischen Theorien gar nicht zustande hätte kommen können, hat dazu geführt, Themen in die Ethik einzuführen, die lange Zeit in Vergessenheit geraten waren. Ein Konzept davon ist die eudaimonia (als Gedeihen und Gelingen der Lebensführung, auch: Glückseligkeit). Diese wird erreicht durch die Ausbildung der Tugend (arete) und der praktischen Klugheit (phronesis). Äußeren Güter (wie z.B. Gesundheit, Wohlstand, usw.) kommt bei Aristoteles ebenso ein Stellenwert zu; entgegen der Philosophie der Stoa und jener Kants, die diese für nicht obligatorisch erklärten. Ein tugendhafter Mensch lässt sich nicht von seinen Emotionen der Lust und Unlust hin und her reißen und eben dadurch unterscheidet er sich vom Tier. Die Liebe, der es an Tugendhaftigkeit mangelt, ist eben darum ein Schmetterling, wie du so schön formulierst, deswegen besteht auch die einzige Möglichkeit, deine Partnerin zu halten, darin, dass du sie „glücklich“ machst. Nur wie: „glücklich“, wenn es dem Glück an etwas ermangelt? Ich habe eingangs erwähnt, dass ich das Konzept eines (völlig) autonomen Subjekts für illusionär halte. Wenn es also so ist, dass wir von einem solchen gar nicht ausgehen können, dann ergibt sich womöglich für die Liebe eine besondere Art der Verantwortlichkeit, welche sich in der Praxis nicht auf beliebig viele Menschen ausdehnen lässt. Ich stimme mit dir überein, dass sich Liebe eben auch nicht erzwingen lässt. Deswegen schwört man ja nicht auch jedem/jeder X-beliebigen die Treue. Für dich vieleicht paradox, aber Treue, lässt sich mit ein bisschen Kant auch aus Freiheit erklären: Wenn ich aus moralischen Gründen treu bin, dann kann dies gar nicht aus Zwang bestehen, denn wäre es Zwang, so wäre meine Handlung keine moralische. Denn Moralität setzt die Freiheit voraus sich an moralischen Prinzipien zu orientieren. Freiheit aber ist Gesetzen zu folgen, die sich die Vernunft selbst gegeben hat. Habe ich es jetzt ein bisschen besser erklärt, als mit meiner Katzenanekdote?

    1. Hallo Nicole,

      abgesehen davon, dass du nun einen anderen Weg wählst, zu umschreiben, was du gelesen hast und intelektuell für „folge-richtig“ hältst bleibt hier eine Frage für mich offen: wie lebst du das, wie fühlst du dich, wenn du in einer Partnerschaft vor der Frage „Treue“ stehst?

      Es ist natürlich einfach sich hinter einem großen Stapel hoch geistiger Literatur zu (böses Wort, ich weiß) „verstecken“. Aber löst es das Treue-Thema für dich im Alltagsleben?

      Du unterstellst mir anscheinend einiges, was du aus meinem Text als meine Einstellung herausdeutest, so etwa auch: „Für dich vieleicht paradox, aber Treue, lässt sich mit ein bisschen Kant auch aus Freiheit erklären“.

      Und genau da hast du vielleicht komplett an meiner Einstellung vorbei-gelesen. Da kopier ich jetzt schreibfaul das rein, was ich schon in früheren Kommentaren geschrieben und auch im Artikel (vielleicht zu subtil) betont habe: „Wer sich gemeinsam und freudvoll für Monogamie entscheidet hat meinen Respekt ebenso wie ein Paar, das sich für eine andere Form von Beziehung entscheidet. Für mich ist in dem Fall der Wert “Gemeinsame Entscheidung” bedeutungsvoll, ganz losgelöst davon, wie die Entscheidung lautet. Was ich ablehne ist eben das “Totschweigen” und “machen wir es wie die anderen” ohne genau zu wissen, was das eigentlich bedeuten soll.“

      Zum Abschluss: Nicole, ich freu mich, dass du so viel Wissen einfließen lässt, das gibt der Diskussion eine besonders schöne Tiefe. Danke!

      1. Lieber Benedikt,

        ich weiß nicht was genau du dir unter „folgerichtig“ vorstellst und ich weiß auch wirklich nicht, ob man ihn auf einen solchen Artikel überhaupt anwenden kann, denn ich erkenne hier keine stringente Argumentation. Mein Problem damit fängt ja schon bei deinen ersten deskriptiven „Prämissen“ an. Etwa: wir (wer eigentlich?) würden aus Gewohnheit in monogamen Beziehungen leben, seien aus psychologischen Gründen gegen offene Beziehungen (ein induktiver Schluss von dir selbst auf „alle“?) oder „früher war der Zusammenhalt in der Familie wichtig“ (man fragt sich: heute nicht mehr? Offensichtlich gibt es noch Menschen die Kinder haben und um die wird sich jemand kümmern müssen. Was macht eigentlich eine Alleinerziehende, wenn sie ins Krankenhaus muss mit ihren Kindern?) Ich weiß, dass du das selber nicht dezidiert gesagt hast, aber ich kenne Polyamoröse (Kado) die folgendermaßen argumentieren: „Weil es ein empirisch fassbares Versagen monogamer Lebensentwürfe gibt (siehe auch Scheidungsrate), sei die polyamoröse Lebensform der monogamen zu bevorzugen.“ Und das ist tatsächlich ein naturalistischer Fehlschluss (Sein-Sollen-Dichotomie; siehe etwa Moore und David Hume). D.i. hier wird unerlaubterweise von rein deskriptiven Prämissen (Sein) auf wertende Prämissen (Sollen) geschlossen. Ich weiß du machst das nicht, ich hab’s nur schon zu oft gehört und ich meinte es schwänge vieleicht auch irgendwie mit. Also: Wenn das obige eine Argumentation sein soll (ich denke es ist eher eine Preisgabe deiner momentanen Empfindungen), dann sind deine Prämissen entweder falsch oder aber deskriptiv und beides führt am Ende dazu, dass der Schluss nicht funktioniert. Zur Liebe: mir scheint ein ebenfalls, völlig unreflektierter Begriff (Liebe, was ist das eigentlich?), der hier nirgendwo thematisiert wird. Aber vieleicht lässt er sich in der Passage auffinden, wo du sinngemäß sagst „und plötzlich war mir das Herumvögeln nicht mehr wirklich wichtig, meine Freundin war mir wichtiger.“ Warum eigentlich? Hast du dich das schonmal gefragt? Das Problem, das ich ansprechen möchte, scheint mir ein generelles zu sein und nicht bloß „offene Beziehungen“ zu betreffen. Aristoteles schreibt in seiner Nikomachischen Ethik, dass die Liebe, welche bloß auf Lust oder auf Nutzen (bei dir vieleicht als Ego- und Selbstbestätigung) beruhe von kurzer Dauer sei, denn diese Liebe ende eben mit dem Enden von der Lust bzw. dem Nutzen. (Ich will wohlwollend meinen, dass du Menschen mit denen du schläfst nicht bloß „benutzt“, sondern sie auch in gewisser Weise als Menschen schätzt. Aber was könnte es mehr sein als ein „Wohlwollen“, als eine Art „Politik der Freundschaft“ (siehe Derrida) auf die Sexualität des Menschen angewandt? Aber was, und diese Frage scheint mir unbeantwortet, und wäre allerdings wichtig für eine ernsthafte Diskussion über das Phänomen der Polyamorie, bleibst du diesen geschuldet? Welche Verantwortlichkeit soll sich daraus ergeben? (Wenn etwa der Andere in Nöten ist oder wenn plötzlich aus diesen Verbindungen Kinder entspringen (ich weiß, wir können heute verhüten, aber sieh dir mal den Pearl-Index an), wenn jemand krank wird (ich lese hier nichts über die Risiken der Promiskuität, wie etwa HIV oder Tripper und viele andere Geschlechtskrankheiten). Die Ehe hat ihre Antwort, die Polyamorie (noch) nicht.) Aber um zurückzukehren zur Frage, warum um alles in der Welt, „Liebe“ überhaupt etwas dauerhaftes sein soll: Kann man sie nicht nur im Augenblick genießen und dafür dankbar sein? Sicher, man kann und man sollte es auch. Aber ich würde nichts investieren in eine „Liebe“, die sich eben bloß aus Gründen der Lust oder des Nutzens ergibt. Der Grund hierfür liegt darin, dass ich dafür argumentiere, dass eine solche Liebe dem Wesen des Menschen nicht angemessen sei (was kein naturalistischer Fehlschluss ist, denn das Argument ist teleologisch und fragt nach dem, was der Mensch als Mensch bedarf (vgl. hierzu Anscombe). Und hier kommen wir dann auch zu dem Punkt, den du offensichtlich falsch verstanden hast: Der Freiheit. Freiheit ist bei Kant eben nicht Willkür (sich für dies und jenes zu entscheiden), sondern entspringt aus der Fähigkeit des Menschen zu Moral. Darin auch liegt die Würde des Menschen. Moral hat einen Zielpunkt (telos) und dieser liegt in der Glückseligkeit (eudaimonia). Nun kann diese (die Glückseligkeit) für den Menschen nicht erreicht werden, wenn man sich der Moral entledigen wolle, denn der Mensch bleibt und ist auch ein soziales Wesen. Für Kant besteht die „eudaimonia“ in einer Art moralischen Selbstzufriedenheit, und es ermangelt mir im kant’schen System an etwas, das sich bei Aristoteles viel konkreter auffinden lässt: der phronesis, oder praktischen Klugheit. Kurzum: Wäre ein Leben ein glückliches, wenn du zwar in Zeiten des Erfolgs und der Gesundheit, aber nicht in Zeiten des Misserfolgs und Krankheit auf deine Freunde, deine Familie, deine „Liebe“ zählen könntest? Und bedarf nicht jeder Andere eben um dasselbe? Wie du siehst, ich argumentiere nicht klar für eine monogame Beziehung, aber bloß eine Beziehung zu haben, welche eben diese Bedeutung trägt und diesen Wert hat, müsste jemanden eigentlich schon mehr als bescheiden stimmen. Vieleicht gibt es eine solche Beziehung, die für mehrere gilt, allerdings scheint sie mir schwer aufzufinden. Das „Herumvögeln“ scheint grundsätzlich moralische Fragen aufzuwerfen, für die die Polyamorie (noch) keine Antworten hat. Du fragst mich auch nach meinem Privatleben…nunja, ich glaube nicht, dass persönliche Erfahrungswerte für die Argumentation besonders wichtig sind. Im Großen und Ganzen „verstecke“ ich mich nicht hinter einem Haufen Literatur, sondern mein Denken macht aus mir, was ich bin oder besser wo ich in meiner Denkbewegung gerade stehe. Aber auch ich entstamme einer Generation, aus deren Sexualkundeunterricht sich nicht erschließen ließ, dass menschliche Beziehungen wesentlich komplexer sind, als das Paarungsverhalten der Maikäfer. Und auch ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen und bin am Weg. Ich hatte verschiedenste Beziehungen und ich habe zwei wundervolle Kinder. Eines aus einer offenen Beziehung, in deren Mittelpunkt eine Dreiecksbeziehung stand und eines aus einer Ehe. Erstere scheiterte wohl an einem allzu platten Hedonismus (und nein, wir sind deshalb auch keine Feinde geworden, wir leben aber auch nicht mehr zusammen). Letztere nahm ihr tragisches, absolutes Ende. Es gibt Dinge, die stehen einfach nicht in unserer Macht.

        Liebe Grüße,
        Nicole

  40. Schön so einen Text von dir zu lesen, Ben! Ich lebe „offene“ Beziehungen nun schon seit vierzig Jahren und nenne sie heute Poly-Beziehungen. Ein Aspekt, der in Diskussionen über diese Art von Beziehungen nicht so oft auftaucht, der mir aber zumindest erwähnenswert erscheint, nenne ich den unerfüllbaren „All-Inklusive-Anspruch“: Der Wunsch, der Traum, dass der geliebte Partner, die geliebte Partnerin all meine Bedürfnisse, all meine Sehnsüchte, all meine Begierden, all meine leeren Stellen, und, und, und … ausfüllen wird. Dabei nimmt die Sexualität nur einen kleinen Raum ein. Das er/sie, das Teil ist, das mich zu einem Ganzen werden lässt. Sich einpasst in mir, wie ein fehlendes Puzzelteil und aus uns beiden etwas Drittes, Neues, Wunderbares entstehen lässt.
    Und in der ersten Phase des Verliebtseins, in der ersten Zeit der Beziehung, in den ersten Wochen, Monaten, ja vielleicht Jahren, da fühlt es sich ja auch so an, da stimmt es ja auch: man ist voll und übervoll durch den anderen. So ganz und heil und mittig. So fast unerträglich groß und größer. Der andere breitet sich aus in einem und lässt einen selbst wachsen und gedeihen in wahnsinniger Schnelle. Man entdeckt so viel Neues in sich und verändert sich gemeinsam.
    Aber, nach einer Weile, da stellt man voller Liebe fest: dieses gemeinsame Neue hat auch Sehnsüchten, Träumen, Bedürfnissen, Aspekten der Persönlichkeit Raum geschaffen, die man bei dem anderen nicht abdecken kann … und er/sie nicht bei einem selbst.
    Die Erkenntnis wächst: Ich kann nicht alles sein für meinen Partner, meine Partnerin. Ich habe weder die Zeit, die Kapazität, das Wissen noch das Können und die Energie alle Bedürfnisse meines Gegenübers umfassend und kompetent zu befriedigen. Und mein Gegenüber kann dies auch umgekehrt nicht erfüllen.
    Nun, die gängige Haltung dazu ist: Wer liebt, der steckt zurück. Macht Kompromisse, beschneidet sich, schränkt sich ein, nimmt sich und seine Bedürfnisse zurück. Passt sich dem anderen an und setzt sich selbst Grenzen durch Genügsamkeit. Man nimmt Opfer in Kauf für die Liebe und erwartet solche von dem anderen – und verfängt sich manchmal dann in einer Opferhaltung, die nicht gesund sein kann für die Liebe.
    Weil Liebe, in meinem Verständnis, will, dass der andere wächst und gedeiht. Sich entwickelt nach all seinen Möglichkeiten, seine Potentiale voll entfalten kann. Nicht nach meinem Gusto und nicht zur ausschließlichen Befriedigung meiner Bedürfnisse. Sondern an und für sich. Liebe beinhaltet diese Freiheit und kann nur Liebe sein auf Grundlage derselben.
    Aus diesem Grunde, erscheint mir Liebe zu beinhalten und die Basis dafür zu sein, dass der Andere durch meine Liebe zu ihm/ihr ermutigt werden sollte, auch andere Menschen zu lieben. Aspekte seiner Persönlichkeit mit anderen auszuleben, einen Teil seiner Bedürfnisse und Sehnsüchte mit anderen Menschen zu erfüllen und daran weiter zu wachsen.
    Einfach und viel banaler ausgedrückt: aus rein egoistischen Gründen brauche ich den anderen lebendig und wachsend auch außerhalb meiner Verantwortung und meinem Zutun. Und auch ich brauche den Raum und die Luft andere Menschen zu lieben, um daran zu wachsen und mich weiter zu entwickeln. Weil nur so bleibt unsere Beziehung lebendig und voller Reichtum. Nur so ist jeder Tag, jedes gemeinsame Tun erfüllend wie am Anfang und tötet Gewohnheit, Langeweile und Alltagstrott nicht die gemeinsame Freude und den Genuss an der Bereicherung durch den anderen ab.
    Der Satz: „Was ich liebe, muss ich loslassen.“ erscheint mir aufgrund dieser Überlegungen recht stimmig. Weil, wenn ich nicht loslasse, dann wird die Liebe sich verabschieden. In mir und in dem anderen.
    Deshalb bin ich einfach egoistisch und lasse Dich voller Freude gehen, damit Du und ich bleiben können.

    1. Hallo Heidrun,

      ich freue mich ganz besonders, dass du hier schreibst. Schon 2011 in Berlin als wir uns kennenlernen durften haben wir kurz das Thema angeschnitten und ich habe deinen Kommentar mit einem fetten Grinser gelesen.

      Da gibt es für mich nichts, was sich unstimmig anfühlt, so klar und ehrlich und liebe-voll ist deine Botschaft.

      DANKE!

  41. Danke für den anregenden Artikel. Ich habe mich nie wirklich aktiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Ich bin auch schon lange Single und ich lebe dennoch nicht das „klassische“ Singleleben, dass in Filmen und von einigen neidischen Beziehungsmenschen als Ideal dargestellt wird. Deshalb verstehe ich den Artikel auch nicht als Anregung zum legalisierten Rumvögeln in einer Beziehung. Ich werde vermutlich gar nicht mehr in die Situation kommen vor einer Wahl gestellt zu sein, denn obwohl ich viel unter Menschen bin und auch nicht total verschlossen meinen Weg gehe, üben auf mich ganz selten Frauen so eine Anziehung aus, dass Sex eine Priorität bekäme. In meiner recht kurze Experimentierphase habe ich für mich selbst herausgefunden, dass Sex ohne Herz mir nicht gut tut. Zumindest derzeit. Lieber keinen Sex als Sex der mich auslaugt. So fühlt es sich für mich an. Manchmal habe ich den Eindruck, diese Planet hält nicht viele Menschen für mich bereit, mit denen auch eine tiefe Ebene komme, wo Sex mir wirklich gut tut. Nicht, dass ich den anderen Sex nicht genossen hätte, aber oft ging ich danach mit dem Gefühl weiter, etwas wertvolles abgegeben zu haben, was weder gewürdigt noch überhaupt richtig angenommen wurde. Das ist nicht als Vorwurf zu verstehen, sondern eher als Inkompatibilität, wenn ich mal so einen rationalen Begriff dafür verwenden darf.

    In meinem Kosmos ist es also regelrecht schwer denkbar, dass es mehr als einen Menschen gibt, mit dem ich so eine tiefe Beziehung habe, wie ich mir ein Beziehung wünsche. Dennoch finde ich in dem Artikel viele meiner langsam gereiften Denkweisen wieder. Ich möchte nämlich keine Beziehung, wo ich anfange, diese mir rational zurechtzustutzen. Ich möchte nicht überlegen oder gar einfordern müssen, ob mich jemand liebt und mir vertraut. Ich möchte nichts beweisen müssen und verlange auch keine Beweise. Wenn ich es zwanghaft und vor allem rational beweisen muss, stimmt was nicht und vor allem verhindert das die nötige Entspannung und Rahmen für die Bedingungen, wo überhaupt so eine Offenheit herrscht, dass Tiefe entsteht. Ich habe ein großes Bedürfnis, jemanden genau so erleben zu können, wie er ist. Wenn ich irgendwo pure Authentizität wahrnehme, geht mir immer das Herz auf, sei’s auf der Straße, bei der Arbeit oder auch im Film. Wie im Artikel sehe ich es so, dass es absolut tödlich wäre, irgendwo einengend zu werden, dass jemand Teile von sich zurückhält. Ich möchte vertrauen können, dass alles was jemand tut, seinen guten Grund hat und in dem Moment gut für ihn ist.

    Betrachte ich meine vergangenen Beziehungen geht mir gerade mit diesem Artikel hier ein Licht auf. Mir wird klar, wie falsch die Partnerrinnen für mich waren, um dahin zu gelangen, wo es mich hinzieht. Eine Partnerin ist mehrmals fremd gegangen und es hat mich in dem Moment der Konfrontation nicht groß gejuckt. Ich war der Ansicht, wenn sie das für ihr Leben braucht, wenn ihr es gut tut, soll sie es machen. Ich will nicht darüber bestimmen, wie Menschen ihr Leben gestalten. Sie war letztlich auch entsetzt, dass ich nicht um sie gekämpft habe, es kam ihr gleichgültig rüber. Und in der Tat, ich war zwar tief im Inneren auch verletzt, aber es berührte mich nicht so sehr, weil sich unsere Leben auch nicht sehr berührten. Jetzt gerade wird mir klar, dass sie eigentlich Bestätigung und Berührung suchte und ich ihr das mit meiner Art gar nicht geben konnte. Dazu hätte ich mich verstellen müssen. Damals hat sich schon gezeigt, wie ich mir eigentlich eine Partnerschaft wünsche, doch es war ein Alleingang, der nicht mit meiner Partnerin harmoniert. Wir konnten uns darüber nicht austauschen.

    Ich bewundere es immer wieder sehr, wenn ich Paare erlebe, wo beide weiterhin ihr eigenes Leben leben und jeder von jedem genau deswegen fasziniert ist. Jeder lässt jeden so leben wie er ist und dennoch berührt sich derer beider Leben so sehr, dass sie nicht aneinander vorbei leben. Und ich sehe einen Unterscheid zu den Paaren die so zu leben scheinen, aber die Triebfeder für diese Beziehungsführung eher Duldung und Wegschauen ist.

    Die erste Verliebtheit wird ja gerne als Sonderzustand herabgewertet, Witzigerweise nutzen man es aber dann, um das Funktionieren langjähriger Beziehungen zu beschreiben: Verliebt wie am ersten Tag. Das Verliebtsein ist für mich nicht einfach nur ein Hormonspektakel, dem man ausgeliefert ist. Denn letztlich führt der ja auch zu einer hohen Offenheit, weniger Vorurteile und die Freude am Leben und vor allem am Jetzt. Somit zeigt die Verliebtheit ja auch was möglich und wozu man fähig ist. Keiner findet die Verliebtheit blöd, wenn er drin ist. Diese Gefühl irrt sich in meinen Augen auch nicht. Und dass man darauf keinen Einfluss hat, glaube ich nicht, der Zustand kommt aus einem selbst heraus. Der Körper bekommt die Hormone nicht über eine Spontaninfusion, sondern er selber löst den Schub aus. Da geht was los, was schon immer in einem schlummert und es ist nicht einfach das Gegenüber, das einen geheimen Knopf drückt. Wenn es diese gibt, muss man selbst ihn auch freilegen.

    Zum Thema Treueversprechen. Ich finde es an sich sehr schön, wenn man einem starken Gefühl verbal Ausdruck verleihen möchte und seinem Partner am überwältigendem Empfinden teilhaben lässt. Doch die Gefahr, den Worten rational viel Wert beizumessen ist sehr groß. Wurden sie tatsächlich rein rational geäußert, grenzt es fast schon an Selbstbetrug. Denn das Treueversprechen ist eine Vorhersage, die lebensfremd und rein logisch unmöglich ist, da wir eben nicht in die Zukunft schauen können. Klar, das Versprechen kann man dennoch halten, auch wenn man schon längst anders fühlt, aber wer will in so einer Beziehung leben, wo alleine das Versprechen noch der Berührungspunkt ist? Äußert man das Treueversprechen aus emotionaler Überwältigung, sollte man es auch so betrachten. Als Momentanes Gefühl, welches sich schwerlich in Worte fassen lässt. Und selbst wenn das Versprechen später nicht gehalten werden kann, war es doch in dem Moment der Äußerung absolut authentisch gemeint und nicht irgendwie gelogen. Eher das Gegenteil, die Person ist dann so im Jetzt und beim Partner, dass der Verstand gar nicht groß in der Lage ist, sich viel mit Spekulationen zu befassen. Ein toller Zustand, wie ich finde.

    Schönen Sonntag euch allen.

    1. Hallo Gepard,

      ich freue mich über deinen langen und intensiven Kommentar. Danke für deine Erfahrungen und dass du sie mit uns teilst. Viele schöne Impulse sind in deinen Gedanken eingebettet und sind es absolut wert, gelesen zu werden!

      Besonders schön fand ich u.a. den Satz „wer will in so einer Beziehung leben, wo alleine das Versprechen noch der Berührungspunkt ist?“

      Ich nehmen sehr innige Paare im metaphorischen Vergleich der „Lebenswege“ auch so wahr, dass sich ihre Wege so sehr aneinander annähern, dass es aus gewisser Entfernung so aussieht, als wäre es derselbe. Aber natürlich ist er es nicht (das ist unmöglich), denn jeder geht seinen eigenen Weg (und das geht nur alleine). Somit ist mein Anspruch an eine Partnerschaft von Dauer, dass gemeinsam darauf geachtet wird, diese Wege zusammenführend zu halten, solange es für beide passt. Ohne Zwang, mit Sorgfalt und Achtung für die eigenen Gefühle und die des Partners um einen Weg zu gehen, der vielleicht sogar noch enger zusammen führt und gleichzeitig genug Raum lässt, sich selbst zu entfalten. Das sagst du auch sehr schön: „Ich bewundere es immer wieder sehr, wenn ich Paare erlebe, wo beide weiterhin ihr eigenes Leben leben und jeder von jedem genau deswegen fasziniert ist.“

      Danke für deinen Beitrag!

  42. Wooow dein Artikel hat ja richitg hitzige Diskussionen angeregt :-)

    Genau darüber hatten wir ja beim IMK gesprochen und ich bin immer noch dagegen hahaa
    du weißt wie ich’s meine ;-)

    LG Laura

    1. Hallo Laura,

      ja ich freue mich sehr, dass es so viel Resonanz gibt und ich bin – ganz offen gesagt – auch positiv überrascht, wie angeregt und gleichzeitig „ruhig“ die Diskussion läuft. Danke an alle, die mitschreiben und mitlesen!

  43. Der Artikel ist ehrlich und meiner Meinung nach sehr gut geschrieben.(beschrieben)
    Werde Ihn auch auf Facebook posten . . . :-)
    “ Die meisten Menschen verwechseln leider „Liebe“ mit „Besitzen“ wollen.
    Danke für diesen wunderbaren Artikel!

  44. die Menschen, die ich kenne, die offene Beziehungen leben, belauern sich ständig …da gibt´s dann Regeln wie “ nicht zweimal mit derselben Person “ …“ keine Telefonate vor´m Partner“ …u.s.w. …schön finde ich auch den Ausspruch : “ ich will ja nicht jeden Tag Erbsensuppe essen “ ( um zu “ erklären “ warum man Sex mit Anderen sucht ) …und dabei noch die Lippen kräuselt …ich vergleiche meinen Partner lieben mit dem morgendlichen Kaffe , den ich Tag für Tag ersehne und geniesse …und das seid Jahrzehnten …das ist alles ein total verkopftes Gerede, bei dem es um das Eigentliche vorbeigeht : Willst Du überhaupt den Partner an deiner Seite ? …und für mich persönlich würde es ein Armutszeugnis ausstellen ( ganz persönlich) , wenn mein Partner Wünsche offen läßt …aber : Jedem Tierchen sein Plaisierchen !

    1. Hallo Peter,

      was meinst du mit „belauern sich ständig“?

      In deinem Beispiel finde ich keinen konkreten Unterschied zu einem monogamen Paar, nur dass hier die Regeln „mehr“ zulassen.

      Die Frage „Willst Du überhaupt den Partner an deiner Seite?“ ist natürlich wichtig egal in welcher Form von Partnerschaft man lebt ;)

  45. Hey Ben,

    seit einigen Jahren bin ich im heilerischen Bereich tätig und habe immer wieder festgestellt, dass Menschen, welche Bestätigung von aussen brauchen (Liebe mich für den Rest meines Lebens, bleib für immer mit mir zusammen, etc.) oft an chronischem Mangel an Selbstliebe leiden. Das ist weder für Sie, noch für die Partnerschaft förderlich. Wer keine Bestätigung von aussen braucht, den Partner loslassen und freilassen kann, der wird erleben, dass es für den Partner viel schöner und reizvoller ist, da zu bleiben. Eine Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, ist einfach nur zum Weglaufen. Egal, wie golden der Käfig ist, es bleib ein Käfig. Man kann Niemanden halten, das geht nur nach hinten los.

    Daher finde ich deinen Artikel, gerade jetzt im Wandel der Zeit, genau passend und hoffe, dass er für viele ein Augenöffner ist :)

    1. Hallo Joscha,

      ja ich bin ganz bei dir: Liebe unter Bedingungen ist für mich keine „echte“ Liebe auch wenn – das können wir schon zugeben – bedingungslose Liebe nicht die einfachste Art des Zusammenlebens ermöglicht.. und dann wieder doch :)

  46. Schöner Artikel, leider hörst du aus Vorsicht gerade da auf zu reden, wo es spannend wird: Was wenn man soetwas in einer Beziehung gerne hätte, der oder die Partnerin es aber nicht möchte. Was macht man mit einer ansonsten schönen Partnerschaft, in der man sich in diesem fall jedoch eingeengt fühlt? Ich würde mich freuen, wenn du auch hierzu mal etwas schreiben könntest. Vielleicht auch direkt hier.

    1. Hallo Jo,

      danke für deine Worte. Diese Fragen sind nur sehr subjektiv und situationsabhängig zu beantworten. Ich sehe mich nicht als jemand, der anderen vorschreiben soll, wie etwas geht oder wie man konkret in einer Situation handeln soll – das muss jeder für sich „nach eigenem Standard“ entscheiden.

      Einen Tipp habe ich aber: wenn du unzufrieden oder unglücklich bist (egal wo und wie) -> ändere es! ;-)

  47. Hallo Ben,

    ich fand deinen Artikel sehr schön. Cool die Erfahrungen eines anderen Mannes… deine Erfahrung und Meinung zu lesen. Meine Erfahrungen (über ein Jahr eine sehr herzliche offene Partnerschaft) überschneiden sich da teilweise und sind manchmal auch etwas anderes. Das Wichtigste für mich dabei ist:

    1. Radikale Ehrlichkeit und Details soweit der Partner es wissen will
    2. Der Partner ist Nr. 1
    3. Regeln (um 2. zu unterstützen)

    2 und 3 ist vielleicht so nen Sicherheitsding, aber ist auch ein wichtiger Wert für uns. Und ich merke, dass wir Regeln immer weniger brauche, je mehr wir uns kennenlernen.

    Ha und noch ne Erfahrung die deiner gleicht: Auf einmal ist die offene Beziehung da und so viel Lust auf andere hatte ich dann auch nicht mehr. Kommt Stück für Stück zurück ;-)

    Grüße
    Sven

    1. Hallo Sven,

      ja witzig da gleichen sich unsere Erfahrungen wirklich. Ich habe es auch so erlebt, dass durch den Fokus auf die Treue des Herzens der – wenn man so will – Körper ebenfalls folgt und in Wirklichkeit gerade sie sexuelle „Versuchung“ durch Dritte in den Hintergrund rückt.

  48. Super auf den Punkt gebracht! Ich denke, wer eine solche Liebe für sich ermöglich will muss sich auf die Suche begeben, woher Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug“ kommen, und das kann sehr schmerzhaft sein. Aber es lohnt sich bestimmt! Ich wünsche allen viel Erfolg! :-)

  49. Spannendes Thema dass Du da ansprichst Ben. Ich bin mir diesbezüglich selbst noch nicht so im Klaren. Irgendwie fühlt es sich jedoch so an, als ob sich so etwas jeder Mann insgeheim wünscht. Bei den Frauen bin ich mir da noch nicht so sicher, da fehlt mir noch der nötige Durchblick. :-D

    1. Hallo Nate,

      in meiner Erfahrung ist der Wunsch bei Frauen genauso da, aber vielleicht nicht so „schnell“, sondern erst in einem späteren Verlauf einer Partnerschaft. Das ist aber – wie immer – nur eine subjektive Erfahrung von mir…

  50. Wichtige Fragen, die du da stellst! Allerdings sehr oberflächlich abgetan und Begriffe wie Liebe und Glück mal eben mit Banalitäten vermischt. Das ist schade. Deine Schlussfolgerungen machen das deutlich, denn wenn nicht mein Glück das wichtigste sei, sondern das Glück meiner Liebsten (wieviele das auch immer sein mögen), ich selbst und auch keiner meiner liebsten mit jemand anderem schlafen will, so wären wir keineswegs unglücklich, was allerdings aus deiner Warte hervorgehen kann. Damit sollte man vorsichtig sein, denn auch wenn die ach so leichtlebige Generation der freien Liebe hierachische Modelle offenbar komplett ablehnt, so scheint es doch Prioritäten zu geben. 20 kg Stein gegen Kopf macht aua — hat mehr Kraft. Vielleicht gibt es auch andere Kräfte, die zwischenmenschlich wirken und deren Größe auch über anderen Dingen steht?

    1. Hallo Ramirez,

      du bemängelst meine fehlende Definition, bringst selber aber keine ein. Wie definierst du denn Liebe und Glück für dich? Es sind klarerweise 2 sehr subjektive Werte.

      Darum lasse ich es jedem frei, was genau er darunter versteht. Und Prioritäten zu setzen ist mir in meinem Artikel ja auch sehr wichtig, s. „Loyalität des Herzens“ :-)

      1. Ich glaube da haben wir das Problem: Erstmal sind Liebe und Glück keineswegs subjektive Begrifflichkeiten — es sind Begriffe, die im Zentrum von etlichen philosophischen Systemen stehen und sind ohne Frage nicht leicht zu fassen. Das heißt allerdings nicht, dass sie subjektiver Natur sind, sondern lediglich, dass die individuelle Ausprägung gewissen Schwankungen unterliegt. Was meine ich damit? Wir könnten uns schlecht über Begriffe wie Liebe und Glück unterhalten, wenn sie REIN subjektiv wären. Niemand würde deinen Artikel verstehen können und sogar noch schlimmer: Niemand könnte überhaupt jemand anderen verstehen oder vielleicht sogar wahrnehmen! Komisch, dass das trotzdem geht, oder? Also ist das „Menschsein“ wohl eine wenig subjektive Sache, wie mir scheint, sondern etwas allzu objektives, was uns eben erst menschlich macht. Obgleich nun Liebe oder Glück in der individuellen Ausprägung differenziert sein mögen, so wie dem einen schneller kalt wird als einem anderen, so besteht doch ein klares und allgemeines Gerüst dahinter. Wir dürfen diese Strukturen nicht übersehen, wegdenken oder mit Floskeln wegwaschen. Sonst kann ich auch gleich sagen, dass „für mich persönlich, Glück schwarz mit gelben Punkten ist.“ Oder Liebe das neue Synonym für Hausfassade sei…

        So einfach kann man sich das machen und es unterstreicht die heutige Tendenz zum subjektiven Individualismus hin. Doch irgendwie finde ich, ist das Magische doch gerade, dass wir eben nicht losgelöst von allen anderen in einer Blase davondriften, sondern alle eine Verbindung haben. Ein durch Kausalität und innerem Willen verbundener Organismus. Ein idealistisches Bild der Menschheit vielleicht in deinen Augen — für mich auch, aber gleichermaßen ein allzu wahres.

        1. Hallo Ramirez,

          ja man könnte es sich einfach machen, wie du sagst, wenn sich alle auf einen Begriff einigen könnten.

          In Wirklichkeit passiert das aber nur selten, wir verwenden die gleichen Worte und verstehen komplett andere Dinge darunter, weil sie subjektiv anders interpretiert werden.

          Jetzt hast du immer noch nicht gesagt, was es für DICH heißt! Ich fände deine Definition sehr interessant :)

          1. Ich kann in der Kürze hier höchstens einige Aspekte anreißen und will die Möglichkeit auch nutzen, deine Arbeit hier und deinen Artikel zu würdigen.

            Einerseits hat Norbert bereits mit der klassisch griechischen Unterteilung, wie sie meines Empfindens bei Aristoteles in der Nikomachischen Ehtik ihren Höhepunkt fand, wichtige Punkte hervorgehoben. Auch mir ist eine solche Unterteilung in meinem eigenen Gefühlsleben aufgefallen. Essentiell ist mir, dass „Liebe zu erhalten“ schonmal der komplett falsche Ansatz ist. Mir ist es nicht wichtig geliebt zu werden. Es erfüllt mich hingegen mit größtem Glück, wenn ich lieben darf, das heißt, wenn ich durch eine nahezu unbewusste Fügung eine solche verbindende Kraft entwickle. Liebe ist für mich eine solche verbindende Kraft. Sie ist mehr als das Gefühl der Trauer oder der Freude, mehr als ein emotional state oder eine neurale Verknüpfung. Ich fühle mich als Liebender dazu verpflichtet, durch ein inneres Bedürfnis, das Glück des anderen zu beflügeln. Das ist eine wunderbare und reine Haltung, wenn nicht die reinste von allen! Das lustige daran ist doch aber folgendes: Wenn ich alles tun würde, um des Anderen Glück zu katalysieren, dann bedeutet diese aufrichtige Handeln auch für mich höchstes Glück! Ich beanspruche also für mich etwas sehr Schönes. Und wenn jeder in diesem Maße, das Wohl des Anderen bereichern wollen würde, dann würde es jedem an nichts fehlen.

            Leider wird dieses Idealbild, was allerdings als Ideal (also als treibende Kraft) stetig wirkt, nie erfüllt. Und so komme ich zu deinem Artikel, der einige allzu menschliche Punkte dieses Scheiterns aufgreift. Du stellst die Frage, inwieweit eine Beziehung (welcher Art auch immer) freiwillig geschieht und hinterfragst damit die Motivation. Das Stichwort, zu dem du hinleiten willst, ist Ehrlichkeit! Ganz klar das entscheidene Grundproblem. Denn in festgezürrten und starren Konventionen zu leben, nur weil man es nicht anders kennt oder durch jeden auferzwungen bekommt, wandelt alles Gute und Schöne ins Gegenteil. So auch mit der Liebe, deren Aspekt des sexuellen ich hierbei völlig ausgrenze, da mir ein körperliches Lustempfinden bei dem großen Thema wenig bedeutet. Oder bin ich mit einem Koch befreundet, weil er mir so leckere Sachen kocht?

            Du weckst mit deinen Artikeln sicherlich einige auf und das wollte ich dir mit meinem anfänglichen Kommentar auch nicht abstreiten. Allerdings gibt es eben Themen, die man sehr behutsam und tiefgründig anfassen und eben nicht publizistisch als Halbwissen in die Welt rausballern sollte. Den Vorwurf, du würdest hier mehr Marketing betreiben, kann ich so ganz auch nicht von der Hand weisen. Doch ich glaube, damit haben viele popular-publizistischen Autoren und besonders Blogger zu hadern.

  51. Hallo Ben,
    ein klasse Artikel zu einem wirklich wichtigen Thema! Nach über 20 Jahren in einer Ehe mit freiwillig gelebter Treue, einvernehmlicher Trennung, weiterhin gemeinsamer Erziehung unserer 4 Kinder (auch wenn wir kein Paar mehr sind – Eltern bleiben wir ein Leben lang!), mehrjährigen Single-Daseins und zwischendrin einer 1jährigen Partnerschaft mit genau der gegenläufigen Komponente von völliger Freiheit kann ich dazu nur sagen: Das wichtigste ist die Liebe, die für mich kein Gefühl, sondern ein Zustand ist. Dann ist Liebe eben nicht wie ein Kuchen, der beim Teilen immer kleiner wird, sondern wie eine Quelle, die sich endlos immer weiter verströmt.

    Gelebte Liebe ist für mich ein Feld, in dem ich lebe und in das ich meinen jeweiligen Partner, aber auch alle Menschen meines Umfeldes freiwillig mit hinein nehme. Dann habe ich kein Problem damit, daß ich nicht zurück-geliebt werde – dafür bin ja ich selbst zuständig, es ist mein eigenes Feld der Liebe. Ich kann den jeweiligen Partner ohne Bedingungen daran zu knüpfen in meinem Feld willkommen heißen und – wenn die Partnerschaft beendet ist – auch wieder aus diesem Feld gehen lassen und bleibe dabei doch bei mir, heil und ganz, ohne große Verletzungen. Das erfordert jedoch völlige Offenheit, Klarheit und die Fähigkeit, mich selbst zu reflektieren. (Genau an der fehlenden Offenheit ist meine Partnerschaft zerbrochen – nicht an der Tatsache, daß er andere Frauen interessant gefunden hat, damit konnte ich umgehen – mit den damit verbundenen sinnlosen Lügen jedoch nicht, diese haben mein Vertrauen nachhaltig zerstört.) Es erfordert auch die Fähigkeit, ein Nein als Nein stehen zu lassen und dies nicht als Zurückweisung meiner Person zu sehen, sowie das eigene Nein auch auszudrücken und auch hier nicht aus Bequemlichkeit zurückzuweichen.

    Die Erfolgs-Prämie ist sozusagen meine persönliche Entwicklung, die eben nicht auf Kosten des Partners erfolgt. Treue ist für mich in jedem Fall wunderschön, wenn sie freiwillig gelebt wird, als Forderung – von welcher Seite auch immer – jedoch tödlich für die Partnerschaft. Leider gibt es nur äußerst wenige Männer (und nicht allzuviele Frauen), die sich unter dieser Art von Miteinander überhaupt was vorstellen können, von der Idee das zu leben ganz zu schweigen. Es geht offensichtlich gar nicht, keinen Sündenbock mehr zu haben, der für die persönlichen Befindlichkeiten zuständig ist… Aus der Kleinkind-Bedürftigkeit raus zu kommen scheint gar nicht so einfach zu sein.

    Ich wünsche mir für die Zukunft, daß unsere Kinder eben grad diese Eigenständigkeit immer mehr leben können und ihre Partnerschaften so gestalten, wie es für sie richtig und stimmig ist – in welcher Form auch immer, eine Wertung darüber steht keinen Außenstehenden zu! Lebe doch auch ich ein Modell, das von vielen als nicht möglich abgestempelt wird – „Was, Du und Dein Ex-Mann seht euch 4x die Woche? Das geht doch gar nicht…oder seid ihr wieder zusammen?“ Weder – noch, das ist für mich einfach gelebte Toleranz zum Wohle der Kinder und erfordert Respekt und Achtung vor dem Anderen.

  52. „Was du liebst, das lasse frei. Wenn es zurückkommt, gehört es dir!“

    Dein Artikel in einem Satz zusammengefasst, super Artikel !

  53. Freundschaften entstehen ganz von selber. Keine einzige Freundschaft, die sich während meines Lebens gebildet hat, war von irgendwelchen Bedingungen abhängig. Die „Machtverteilung“ war ebenfalls immer in der Waage. Wäre es nicht so, gäbe es keine Freundschaft. Freundschaften, wahre Freundschaften, haben auch keine Ziele. In einer Freundschaft gibt es dieses oberblödsinnige Versprechen mit dem: bis dass der Tod u.s.w. nicht. In einer Freundschaft sind auch andere Freundschaften zugelassen. Vielleicht führen diese wiederum zu neuen Freundschaften, zu größeren Freundschaftsgruppen. Freundeskreise können ein Leben lang bestehen, müssen aber nicht. Sobald es aber um die Partnerschaft geht, herrschen plötzlich andere Gesetze. Zu Beginn einer Beziehung stellt man den Menschen an seiner Seite noch als „mein Freund“ oder „meine Freundin“ vor. Später wird dieser Mensch dann vielleicht dein Partner oder Partnerin. Aus der Freundschaft entsteht eine Partnerschaft. Interessanterweise ist das aber bei uns Menschen so, wie wenn der Apfelbaum Zwetschken hervorbringt. Die Freundschaft hat mit der Partnerschaft nix zu tun obwohl das eine aus dem anderen erwächst. Ich habe meine Frau, und das „meine Frau“ verwende ich ganz bewusst, vor 15 Jahren kennengelernt. Wir waren beide in der Phase, NIEMALS mehr eine Beziehung haben zu wollen. Hätte sie mich damals zu sich eingeladen, auf einen Kaffee ;-) ich hätte freundlich aber bestimmt abgelehnt. Sie hat es nicht getan und, ohne dass wir es bewusst wollten, wurden wir Freunde. Was war und ist so besonders an dieser Freundschaft. Im Gegensatz zu anderen Freundschaften, hatte ich niemals irgendeinen Plan, irgendein Wollen. So mancher Leser dieser Zeilen kennt es sicher, dass hinter der Einladung zu einem Getränk, was ja nur ein Zeichen der Sympathie sein soll, manchmal schon auch ein Ziel zu finden ist. Oft recht gut versteckt aber es ist da. Und da ist es wieder: Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt … oder auch nicht. Wenn man beim Kennenlernen schon seine persönlichen Bilder und Wünsche in den anderen Menschen projiziert, kann das fast nur mehr schiefgehen. Aber was tut man nicht alles, um dem Anderen zu gefallen. Niemand sagt, was er tatsächlich selber denkt, sondern versucht, manchmal schon fast verzweifelt, nur das zu tun und sagen wovon er selber glaubt, dass es dem Anderen gefällt. Und so nimmt das Kaspertheater seinen Lauf. Freundschaft kann das keine mehr werden, nur mehr eine Partnerschaft. Das zermürbendste an einer Partnerschaft sind diese blöden Versprechen, Verpflichtungen und das „Jetzt und Immer“. Damit setzt man sich selber einem riesigen Druck aus. Ich liebe meine Frau, aber ich kann hier und jetzt nicht versprechen und garantieren, dass wir in 10 Jahren …. Es ist mir erst viel später so richtig bewusst geworden: Wir haben uns niemals irgendwas versprochen. Irgendwann in der Freundschaftsphase habe ich mich voll in diese meine Frau verliebt. Wie es halt so ist bei unseren Gefühlen: Bevor du sie bemerkst, sind sie bereits da. Wir sind zusammengezogen, nach 7 Jahren hat sie mich gefragt, ob wir heiraten wollen, seit 6 Jahren sind wir verheiratet. Wir wissen seit wann, wir wissen dass es jetzt so ist, wir wissen nicht wie lange. Und das wissen wir seit Beginn unserer Beziehung nicht, hat uns auch nie gekümmert. Jetzt sind wir ineinander verliebt und dieses jetzt dauert schon 13 Jahre lang. Für mich geht es nicht darum ob meine Frau mit anderen schlafen darf oder nicht. Wenn sie diesen Wunsch hat, kann ich ihn sowieso nicht verbieten. Die Ausführung kann ich vielleicht eine Zeit lang noch verhindern, es ist aber der Wunsch der ausschlaggebend ist und nicht das Tun. Das Kriterium, dass alle Regeln in der Partnerschaft beinhalten muss, ist: Alles gilt für beide Teile gleich. Wenn ich mit wem anderen ins Bett will, muss ich das auch meinem Partner zugestehen. Wenn es für beide passt, ok, wenn nicht, braucht man sich gar nicht mehr um dieses Thema kümmern, sondern muss die Basis der Partnerschaft in Frage stellen, oder noch besser, ganz tief in sich selber suchen beginnen.
    Alles Liebe Gerhard

  54. Hallo Ben,
    Da ich aus einem anderen Kulturkreis komme (Islam), bin ich stark konservativ geprägt. Ich bin in Deutschland geboren und bin klassisch zwischen den Kulturen verloren. Man hat mir gelehrt bzw. ich habe mir die Werte meiner Leute automatisch angeeignet. Wenn in meinem näheren Umfeld ein Paar sich getrennt hat, waren meine Eltern schon fix und fertig. Geschweige denn, eine Junge Frau ist mir ihrem Freund (noch schlimmer einem z.B. deutschen) durchgebrannt, oder zusammengezogen ohne zu heiraten. Es wurde mir gelehrt, daß das Schande ist, die Ehre verletzt usw. Davon, daß es das schlimmste auf Erden ist, wenn ein Mädl vor ihrer Heirat zur Frau wird, will ich erst gar nicht anfangen. Wenn jetzt so einer wie ich, auf so einen Text stößt, normalerweise empört sein sollte, liegt ja wohl auf der Hand. Sollte man eigentlich meinen.
    Aber in meinem Fall ist das anders. Das Thema Partnerschaft und Sexualität hat mich schon immer fasziniert und zugleich ratlos gemacht. Denn, was ist denn das richtige? Was ist das falsche? Was ist, wenn es kein richtig und falsch gibt? Natürlich kann ich mit meinen Leuten nicht so darüber reden, daß ich irgendwo Deine Ansichten nicht ganz so verkehrt sehe. Man würde mich als ehrenlosen Nichtsnutz sehen und mich verstoßen. Diese Ängste blockieren mich. Aber wenn ich tief in mich gehe, sehe ich eigentlich gar keinen wirklichen Grund, warum ich z.B. nicht auch eine offene Beziehung führen sollte. Eifersuchtsgefühle sind ja nur anerzogen. Und sie haben einzig und allein mit meinem Selbstwertgefühl zu tun. Ich leg jetzt mal die Karten offen auf den Tisch. Wenn ich so für mich eine (ungefähre) Statistik machen würde:
    In Bordellen sind sagen wir mal mindestens 40% und mehr türken. Wieviele verheiratete Männer kenne ich, die an Wochenenden reihenweise Frauen abschleppen. Genau diese Männer sind dann diejenigen, die in Diskussionen auf Treue schwören und sie verteidigen. Die meisten Ehefrauen wissen das entweder nicht, oder sind so naiv, daß sie glauben, daß ihr Mann nicht fremdgeht (gilt übrigens nicht nur für türken), oder sie ahnen es und sind zufrieden, daß sie einen Versorger haben, der irgendwann wieder nach Hause kommt. Ist das nicht Doppel Moral? Ist das nicht erstunken und erlogen? Ist eine offene Beziehung im Gegensatz dazu nicht ehrlicher würdevoller?
    Die Quote von Fremdgängern liegt bei was weiß ich bei wieviel %, und bei Unterhaltungen, Diskussionen und Talkshows machen wir alle uns was vor und erzählen uns was von Treue. Wir trinken Wein und verkaufen Wasser. Wenn wir alle ganz ehrlich zu uns sind, und nicht´s zu befürchten hätten (Religion, Moral, Ruf, soziale Ächtung, Neid, Eifersucht Angst vor verlassen werden, Komplexe usw.), würden wir doch alle ab und zu mal Sex mit anderen haben wollen. Wir sind aber lieber scheinheilig, belügen uns, andere, und lassen uns belügen, weil das angenehmer und leichter ist. Wir gehen den geringeren Widerstand. So gesehen ist der größte Teil der Gesellschaft Heuchler.

    Deswegen stimme ich Dir Ben voll und ganz zu. Nur leider muß ich zugeben, daß ich dies in meinem Leben nicht umsetzen kann. Denn ich stecke noch ziemlich in der Matix fest. Also bin ich auch einer dieser Heuchler. Diejenigen, die ihre eigenen Regeln aufstellen, und danach Leben, sind die ehrlicheren, die mutigeren, die wahren Helden. Der Rest, zu denen ich mich zähle, machen sich nur was vor. Traurig, aber wahr.

  55. Ich finde diesen Artikel richtig, richtig gut. Der einzige Haken, den ich finden konnte, besteht aus dem Titel: Hier wird durch die inhaltliche Betonung des Sexuellen gerade für Menschen, denen das Thema neu ist, das ohnehin schon oft vorhandene Vorurteil gefestigt, dass es bei offenen Beziehungen nur um sanktionsfreies rumvögeln geht. (Der Vorwurf kam ja schon in mindestens einem Kommentar.) Um dem klassisch monogam denkenden entgegen zu kommen, sollte vielleicht ein Titel gewählt werden, der mehr mit Liebe und Beziehung zu tun hat als mit Sex.
    Aber ansonsten: Wirklich super Text!

    1. Hallo Thorsten,

      der Titel soll gerade die „Neulinge“ nicht in ihrer Meinung festigen, sondern ihre Aufmerksamkeit wecken. Das hat ja schon ganz gut funktioniert ;) Danke für dein Feedback, ich lese heraus, dass du schon mehr Erfahrung damit hast: wie lebst du es denn?

        1. Hallo Thorsten,

          ich persönlich denke, man sollte es möglichst am Anfang der Beziehung klären – auch wenn es zu Beginn (noch) monogam ist. Solange es eine gemeinsame Entscheidung ist passt es natürlich auch später (obwohl es meiner Erfahrung dann schwieriger wird).

          1. Wenn man von Anfang an mit dieser Einstellung und Erwartungshaltung in die Beziehung geht, hast Du natürlich recht – alles andere wäre Käse.

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  60. ich finde den Artikel sehr interessant. mir persönlich ist das aber noch nicht „radikal“ (?) genug. mich interessiert immer weniger, was Andere machen – „interessieren“ im Sinne von „kontrollieren wollen“. Dadurch interessiert es mich auch immer mehr – „interessieren“ im ursprünglichen Sinne. Was aber entscheidend für mich ist, um mich einem anderen Menschen öffnen zu können, ist, ob ich spüren kann, ob er das sagt, was er meint und meint, was er sagt, oder einfach: ob ich ihn spüren kann und ob ich mich spüren kann und darf in seiner / ihrer Gesellschaft. Was interessiert mich denn, was er mit Anderen macht oder nicht macht? Wieso muss er das mit mir abklären? Welches Recht habe ich denn auf sein Leben und Geben? Ich glaube also, dass ich ohnehin, wenn ich nicht mehr so zugefuckt mit Bullshit bin, sowieso spüre, ob mir der Andere „fremdgeht“ (was auch immer das nun heißen mag). Da muss er mir das nicht erzählen. Und wenn ich es nicht spüren kann, dann tut er es auch nicht (in meiner Denke). Mein Mantra ist also, dass ich mich darauf konzentriere, was ICH will und fühle und nicht, was DER ANDERE tut und will. Was der Andere tut und will, findet sowieso automatisch Eingang in mein ich-Gefühl und wird hier klar aus-gefühlt. oder es wird versucht :-). kiss to you Benedikt and all of you

  61. Hallo Benedikt!

    Ein sehr spanndendes Thema, wie ich finde. Aber ich stelle immer wieder fest, dass auch dieses nur subjektiv zu betrachten ist. Es gibt keine eine Wahrheit und nichts, dass auf alle zutrifft.Wenn ich von mir ausgehe, meinen Gedanken, Gefühlen, Erlebtem und meinen Wahrheiten, dann gehe ich nicht in allem konform, was Du schreibst.
    Wenn ich den Gedanken zulassen würde, mit jemand anderem als meinem Partner zu schlafen, wäre für mich weder Ego/Selbstbestätigung, noch Experimentierlust der Grund. wenn, dann ergäbe es sich wohl eher aus dem Bedürfnis des Austausches auf tieferer als der freundschaftlichen Ebene mit genau dieser Person.
    Außerdem sehe ich es keineswegs als höheren Grad der Reife an, eine polygame Beziehung zuzulassen! Du hast vieles angesprochen… Selbstreflektion z.B…. was zu einer guten Weiterentwicklung führt und zum Befreien von Konditionen, Altlasten, aufgestellten Mauern, aber das schließt noch lange nicht automatisch den Weg in eine polygame Beziehung mit ein! Es kann genauso gut in eine viel gesündere monogame Beziehung führen.
    meiner Meinung nach ist das eine, sowie das andere eine Veranlagung, eine Neigung. Durchaus veränderbar. Wodurch es sich verändert, das ist sicher unterschiedlich. Aber ich finde weder das eine, noch das andere ist ein Zeichen für menschliche Reife. Und auch nicht für bedingungslose Liebe! Eifersucht und festhalten ist auch unabhängig der Beziehungsform. Das menschliche Sein ist sehr, sehr vielschichtig!

    Liebe Grüße, A.

    1. Hallo Alena,

      Vielen Dank für deinen umfangreichen Kommentar. Für sich selbst muss am Ende jeder entscheiden wie er sein Leben gestalten möchte. Mir war einfach wichtig besonders mit diesen Artikel die Diskussion anzuregen.

  62. Sehr interessante Ansätze, Aber wie stehst Du zum Thema Verhütung? Prinzipiel kommt ja dann doch nur der GV (natürlich mit Gummi) in Frage. Alles andere muss ich bleiben lassen da ich mich sonst anstecken könnte. Ich kenne ja die andere Person nicht und nur ihrem Wort zu Vertrauen, na ja ich weiss nicht. Ich habe letztens vertraut und hab mir dadurch beinahe was eingefangen. Und wenn ich dann wieder mit meiner Freundin schlafe bringe ich diese auch in Gefahr. Das finde ich nicht OK. Und ich fände es von meiner Freundin auch nicht OK. In meinen Augen müsste ich beim außerbeziehungsverkehr auf alles außer GV verzichten, was dann für mich kein vollwertiges Erlebnis wäre. Der gesundheitliche Aspekt ist für mich ein weiteres wichtiges Kriterium neben fehlenden Selbstwert oder Eifersucht. Wenn es meiner Freundin wichtig ist mit einem anderen zu schlafen um zu experimentieren oder Abwechslung zu haben weil sie irgendwas bei mir nicht bekommt darf sie das gerne machen, aber dann möchte ich eben nicht mehr mit ihr schlafen. Es geht hier viel drum sich auszuleben usw. was für mich ok ist wenn das jemand braucht, das Thema Gesundheit wird aber oft ausgespart. Und gerade in diesem Bereich würde mehr Aufklärung gut tun. Das hat für mich mit Verantwortung mir, meinem Leben und dem Leben anderer gegenüber zu tun. Von daher finde ich Treue, Ehrlichkeit und Vertrauen in einer Beziehung so wichtig. Ich will mich auf meinen Partner verlassen können. Weiterhin alles Gute

  63. Hallo Ben,
    das nenne ich mal Werte für eine Partnerschaft! Abgesehen davon denke ich nicht, dass sich die Liebe einer Person unbedingt auf eine einzelne andere Person beschränken muss. Sehr schöner Artikel!

    Gruß
    Sándor

  64. Hallo Benedikt!

    Ein wirklich interessantes Thema!

    Wünscht sich einer der Partner eine offene Beziehung und der andere nicht, ist es von immenser Bedeutung, dass der Partner, der sich eine monogame Beziehung wünscht, innerlich auf einen stabilen Kern zurückgreifen kann. Das A und O, egal um was für ein Thema es innerhalb einer Beziehung geht, ist eine selbstbestimmte Persönlichkeit zu haben. Genug Selbstwert, Selbstliebe um sich jederzeit im „Beziehungssturm“ selbst auffangen zu können. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass der, der sich eine offene Beziehung wünscht, emotional reifer ist. Im Gegenteil. Es stellt sich doch die Frage, warum will einer der Beiden eine offene Beziehung führen? Verschiedene Gründe liegen klar auf der Hand: Langeweile im Bett, sexuelle Praktiken ausprobieren, die der andere nicht erfüllen kann oder will (oder vielleicht auch gar nichts davon weiß), Bestätigung bekommen und somit sein eigenes Selbstwertgefühl aufpolieren, geheime Träume & Phantasien Realität werden lassen usw. Da Frage ich mich, ob derjenige, der sich eine offene Beziehung wünscht, vielleicht noch nicht reif genug ist für eine Beziehung mit viel Tiefgang, mit viel Intimität. Das bedeutet, wenn es z.B. im Bett mit dem festen Partner langweilig wird, das man sich nicht nach einer dritten Person umschaut, sondern das man an sich arbeitet, in die Tiefe geht und versucht, die Langeweile zu überwinden. Das wiederrum bedeutet, um der persönlichen Entwicklung willen,
    das man Unbehagen auf sich nimmt. Ich glaube, dass es verschiedene Formen der Monogamie gibt und dass es immer von dem Selbstwert der jeweiligen Partner abhängt, wie eine monogame Beziehung gelebt wird. So eine Beziehung kann ein Weg zum inneren Wachstum werden. Aber sie kann auch einfach nur ein Gefängnis sein ohne Entwicklung. In meiner jetzigen Beziehung wurde das Thema auch schon diskutiert und ich weiß nur für mich, dass ich keine offene Beziehung leben möchte.

    Viele Grüße
    Gaby

  65. Ist ein Zeugnis, ich NIEMALS IN Liebeszauber GEGLAUBT BIS Ich traf diesen Zauberkundigen GENANNT DR UNITY. ER ist wirklich mächtig UND KANN HELFEN CAST ZAUBER zurück zu bringen ONE ist weg, LOST, Fehlverhalten Liebhaber und MAGIC GELD SPELL SPELL ODER FÜR EINEN GUTEN JOB.I’M jetzt glücklich und ein lebendiges Zeugnis COS DIE FRAU Ich wollte heiraten LEFT ME 3 WOCHEN vor unserer Hochzeit und mein Leben auf den Kopf gestellt COS Unsere Beziehung hat für 3 Jahre … ich liebte sie wirklich, aber ihre Mutter gegen uns und ich hatte keine guten bezahlten Job. Also, wenn ich traf diese Zauberkundigen, sagte ich ihm, was passiert ist und erklärte die Situation der Dinge zu FIRST HIM..AT Ich war unschlüssig, skeptisch und zweifelhaft, aber ich habe es ausprobiert. UND in 48hours, als ich in meinem Haus in den USA war, rief sie mich an sich und kam zu mir und entschuldigte sich, dass alles geklärt mit ihrer Mutter und Familie und sie bekam einen neuen Job Interview dann, wir sollten MARRIED..I didn ‚ T GLAUBEN DAS COS Zauberkundigen nur für mein Name und meine Freundinnen Namen gefragt und alles was ich von ihm wollte … gut wir GLÜCKLICH jetzt verheiratet und wir erwarten UNSERE kleines Kind, und meine Frau bekam auch der neue Job UND UNSERE LEBEN viel besser geworden. Falls jemand muss der Zaubernde um Hilfe, seine E-MAIL-ADRESSE; unitylovetemple@gmail.com DANK DR EINHEIT FÜR IHRE GUTE ARBEIT. Wieder einmal seine Email-Adresse ist unitylovetemple@gmail.com SIE KÖNNEN AUCH ihn auf WHATSAP +2348036251844

  66. Also, ich war mal in einer Kommune in Portugal, die die freie Liebe zur Pflicht erklärt hat. Besucher durften leben, wie sie wollten, fixen Bewohnern waren 2-er Partnerschaften „untersagt“. Ich habe dort nicht glücklichere und vor allem nicht ehrlichere Menschen erlebt als sonstwo. Jede Art der kritischen Hinterfragung wurde standardisiert und reflexhaft mit „Der/Die ist halt noch nicht so weit“ abgeschmettert. Die Behauptung, freie Liebe/Sexualität sei per se ein Zeichen von emotionaler Reife finde ich unhaltbar und selbstbetrügerisch. Schließlich gibt es auch, wenn auch wenige, so doch Menschen, die fernab jeder Sexualität leben (freiwillig, weil sie das Verlangen danach nicht verspüren), das können nicht automatisch alle unreife Kinder sein. Außerdem denke ich, dass gerade beim Sex so viel gelogen wird wie Sau, weil die falsche Antwort ja unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen könnte wie Verlassen werden, nicht zum Zug kommen etc. Wer sich freiwillig für die freie Liebe entscheidet, fein. Wer sich freiwillig für eine Zweierbeziehung entscheidet, auch fein. Das gegeneinander aufzurechnen, finde ich in beiden Fällen nicht notwendig, weil’s jeder für sich entscheiden sollte, was für ihn passt. Wenn ich sehe, es verletzt meinen Partner, und ich tu’s trotzdem, und will die Partnerschaft aber beibehalten, zeugt das ebenfalls nicht von „Reife“. Abschließend ein Statement, das ich sehr oft gehört habe, von beiden Gschlechtern: Ich will schon rumvögeln, wann immer ich will, aber mein Partner soll während dessen zu Hause auf mich warten. Kommentar wohl überflüssig. Wer immer ein Egoist sein will, sollte zumindest sich selbst gegenüber so ehrlich sein, das auch zu sehen, ist seine freie Entscheidung. Es ist halt schöner, sich als erleuchtet und weiter als alle anderen zu sehen. Und ja, Egoisten gibt’s auch in Zweierbeziehugen. Freie Liebe beinhaltet das Wort „frei“, und das beinhaltet auch das Recht auf traditionelle oder gar keine Beziehung. Warum wird freie Sexualität mit freier Liebe gleich gesetzt? Und was bedeutet Liebe? Vermutlich für jeden etwas Anderes. Aus meinen Beobachtungen kann ich nur schlussfolgern: Meistens funktioniert beides nur eine Zeit lang, und einige wenige sind fähig, es über längere Zeiträume oder tatsächlich bis zum Tod am Leben zu erhalten. Und die haben eine Menge daran gearbeitet, und es sich deswegen auch verdient. Beim ersten negativen Gefühl davon zu laufen und es woanders kriegen zu wollen, ohne etwas dafür tun zu müssen, naja, viel Glück. Und gäb’s ein Patentrezept fürs eine oder andere, na an dem Patent würd man verdienen.

    Allen die Daumen gedrückt, die das eine oder andere ehrlich versuchen

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