Anti-Uni: Wenn du in der Schule bleibst verschwendest du dein Leben

bester-lehrer

Ein Gastartikel von Ben Paul.

Viele junge Menschen, die ich in letzter Zeit treffe, sind nicht wirklich zufrieden. Es sind junge Menschen, die verunsichert sind und mehrmals den Studiengang wechseln oder die Ausbildung abbrechen. Junge Menschen, die Studiengänge zu Ende studieren, die sie nicht interessieren oder ihnen keinen Spaß machen. Junge Menschen, die sich zum Teil mehrere Semester unglücklich durch ihr Studium quälen – nur um etwas „zu Ende zu bringen“ und einen Abschluss zu haben.

Immer weniger dieser jungen Menschen trauen sich ihren Visionen oder ihren großen Träumen zu folgen. Zu sehr scheinen wir beeinflusst zu sein von der Gesellschaft und der Generation unserer Eltern, für die „Sicherheit“, ja finanzielle Sicherheit über allem steht. Ganz getreu dem Motto: „BWL ist ein sicheres Ding – und danach kannst Du ja immer noch was anderes machen.“

Wir sind eine andere Generation – eine Generation, die sich selbst verwirklichen will. Eine Generation, die stets nach den Sinn sucht hinter dem was sie tut. Die „Sicherheit“, nach der unsere Eltern suchten gibt es längst nicht mehr. Ich denke es ist Zeit uns zu emanzipieren.

Warum die Uni nicht das Leben ist

Die Uni ist ein geschützter Raum. Wir lernen die meisten Dinge theoretisch, um sie dann später einmal praktisch anwenden zu können – dann, wenn wir einen Job haben und das gelernte entweder nicht praxisrelevant  oder nicht mehr„up to date“ ist. Unsere Marketing-Konzepte werden von Professoren bewertet, die noch nie Praxisluft in der Wirtschaft geschnuppert haben. Wie soll ein Professor beurteilen, ob mein Marketing-Konzept Erfolg haben würde?

In Deinem Studiengang lernen alle mehr oder weniger das Gleiche. Es ist nicht mehr ganz so schlimm wie in der Schule und dennoch: Wenn Du nicht aufpasst, geht Deine Individualität ganz schnell flöten und Du schwimmst einfach mit dem Strom. Später wird von Dir dagegen erwartet, dass Du ein „klares Profil“ und eine „ausgebildete Persönlichkeit“ hast. Wie soll das funktionieren?

Du lernst für Deine Klausuren – und vergisst das Meiste danach wieder. Noten und Zertifikate sind zwar wichtig, um einen Job zu bekommen. Später wirst Du jedoch immer an dem gemessen werden, was Du konkret leistest und wie Du Projekte vorantreibst. Das ist etwas, was wir in der Schule und der Uni viel zu wenig lernen.

Welche „Skills“ Du später wirklich brauchst

Vielleicht kennst Du das Buch „Education of Millionaires“ von Michael Ellsberg. Dieses Buch und der Erfolg der darin dargestellten Menschen hat viele meiner Überzeugungen bestätigt. Was glaubst Du sind „Skills“, die Dich später im Leben weiterbringen werden? Glaubst Du, dass Du diese Skills an der Uni gelehrt bekommst?

Theoretisches Wissen und ein Blatt Papier auf dem Deine Noten stehen ist das eine. Dein beruflicher Erfolg – egal ob angestellt oder selbstständig – wird vor allem von drei Faktoren abhängen:

  1. Deinem persönlichen Netzwerk
  2. Deinen Social Skills
  3. Deinen „Macher-Fähigkeiten“ und Deinem Organisationstalent

Wie Du Dir viele dieser Skills beibringen kannst

Klar, ein gutes Netzwerk kannst Du durchaus an der Uni herstellen. Doch auch außerhalb der Uni ist das möglich – und zwar teilweise noch viel gezielter als an der Universität. Suche Dir Vorbilder und Mentoren – das wird Dich antreiben und von Mentoren zu lernen ist wirklich eine tolle Sache. Du kannst von deren Lebenserfahrung profitieren und musst die Fehler, die Deine Mentoren einmal gemacht haben, nicht mehr selbst machen um daraus zu lernen.

Lies Bücher zu Themen, die Dich interessieren – das ist Dein Input. Gleichzeitig ist es meiner Meinung nach wichtig dieses theoretische Wissen auch praktisch anzuwenden. Denn erst dann wird es zu dauerhaft verfügbarem Erfahrungswissen. Du kannst Dein Wissen zum Beispiel in konkreten Projekten zur Anwendung bringen oder einen Blog schreiben. Zudem empfehle ich Dir, Events zu besuchen, auf denen Du auf Gleichgesinnte triffst. Dich mit Gleichgesinnten auszutauschen ist unglaublich wichtig – Du lernst super viel dazu und merkst, dass Du nicht alleine bist mit dem was Du tust oder was Dich interessiert.

anti-uni

Bevor Du startest

Bevor Du startest, macht es Sinn, Dich mit Fragen zu beschäftigen, die etwas tiefer gehen. Ich habe mir unter anderem die folgenden Fragen gestellt: Wo will ich hin? Welchen Beitrag möchte ich zur Gesellschaft leisten? Was kann ich gut und was begeistert mich?

Versuche immer wieder zu diesen Fragen zurückzukommen – Deine Antworten verändern sich, genau wie auch Du Dich veränderst mit der Zeit. Dir diese Fragen von Zeit zu Zeit zu stellen wird Dir helfen Dir Deine Ziele konkreter auszumalen und Dich wieder konkret auf Deine Ziele zu fokussieren. Versuche Stück für Stück an Deinen Zielen zu arbeiten – Kontinuität heißt das Zauberwort.

Wenn Dir das System (also Uni, Ausbildung, Beruf etc.) nicht das bietet, was Du brauchst oder suchst – dann baue Dir Dein eigenes System und starte ein Projekt. Durch das Internet haben wir heute Möglichkeiten wie nie zuvor uns mit Gleichgesinnten zu vernetzen und auszutauschen. Du kannst z.B. für den Start einfach eine Facebook-Gruppe zu einem bestimmten Thema gründen, wo Du mit Interessierten und Freunden über das Thema diskutieren kannst. Denke daran: Lebenslanges Lernen macht Spaß und wird immer wichtiger!

Ganz wichtig: TU etwas! Erst durch MACHEN und Ausprobieren wird das, was DU mal theoretisch gelesen hast auch zu echtem, praktisch verfügbarem Wissen. Versuche also möglichst viel von dem was Du liest oder „konsumierst“ auch direkt in irgendeiner Weise anzuwenden – eine gesunde Mischung von Input und Output ist wichtig.

Hier nochmal die wesentlichen Fragen, die es wert sind sie zu beantworten

Wofür lernst Du?:

  • um mal sicheres Geld zu verdienen?
  • Hast Du einen Traum, eine Vision?
  • Was begeistert Dich wirklich? Welche Themen lassen Dich die Zeit vergessen?
  • → Sehr inspirierend dazu: https://vimeo.com/54225275

Wo willst Du hin?

  • Hast Du konkrete Ziele?
  • Hast Du schon einen Plan, wie Du diese Ziele erreichen kannst?

 Wie kommst Du dorthin?

  • Bist Du schon den ersten Schritt gegangen?
  • Verlierst Du Dein Ziel ab und zu aus den Augen?
  • Kontinuität ist alles – gib nicht zu schnell auf! =)

Ben-PaulÜber den Autor: Ben ist seit ca. 1,5 Jahren frei lernender Student. Er hat sein Studium an einer Elite-Uni und auch sein Stipendium der Studienstiftung geschmissen, um selbstständig und freibestimmt zu lernen. Heute sind die drei Säulen seiner Bildung: 1. Machen (=eigene Projekte starten und daraus lernen), 2. Bücher lesen und Events besuchen und 3. Reisen und Persönlichkeitsentwicklung. Auf OneDayProfits bloggt Ben darüber, wie Du ein eigenes Business gründest und produktiver arbeitest. Auf seinem eigenen Blog wird er schon bald über sein Leben als frei lernender Student berichten.

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46 Kommentare, sei der nächste!

  1. Super, Dein Artikel. Du scheinst ja ein toller Kandidat zu sein für die Fernuni Hagen :-)

    Den Weg habe ich gewählt und kann dir in Deinen vielen Punkten recht geben. Netzwerke, Leidenschaft,…..

    Das sind die Wege. So viele Menschen sehen die Chancen nicht, vor ihnen liegend….

    Die anderen leben nicht das wovon sie träumen…. vor allem nicht ihr eigenes Leben….

    Noch schlimmer sie versuchen das Leben eines anderen Menschen zu leben,… oder immer genau das zu tun was andere wollen…

    Spannenderweise bin ich der Meinung das das alles kein Wiederspruch sein muß. In Einzelfragen hilft da schon mal ein NEIN.

    1. Hey Cet On! Freut mich, dass Du Deinen Weg gefunden hast!

      Für mich war wirklich ein Schlüssel, mich von den Erwartungen anderer frei zu machen und das zu erforschen was in mir steckt und was mich wirklich begeistert.

      Das kann ich nur jedem wünschen und es freut mich umso mehr, dass Du schon auf einem guten Weg zu sein scheinst.

    1. Danke vielmal Caroline :) für dein kreatives Werk und Ja das tust du :) andere damit Begeistern, mich auf jeden Fall schon. Dankeschön :)

      Danke auch dir Ben :) ich bin immer begeistert von Menschen wie dir und euch zu hören und lesen :) hoffentlich wird mein noch junger Sohn auch mal in eure Fussstapfen der mutigen Selbstbestimmtheit treten und hoffentlich werde ich auch meinen Teil dazulernen und mehr fähig werden ihn zu lassen. Viel Spass und Erfolg auf euren Wegen :)
      herzlichst *claudina*

      1. Lieben Dank, Claudina! Das freut mich sehr zu hören! Menschen zu inspirieren und irgendwie ein Vorbild sein zu können ist wohl die tollste Sache überhaupt für mich.

        Spare also nicht mit solchen Kommentaren, denn sie sind die Nahrung für uns und Motivation weiter zu machen und unseren Weg zu gehen. =)

  2. Ben – ich bin immer wieder so excited von dir zu lesen. Sprichst mir aus der Seele und zaehlst genau die Dinge auf, mit denen ich mich beschaeftige. Bin gespannt auf Anti-Uni! Einen langen Artikel hab ich dafuer schon geschrieben, muss nur noch bearbeitet werden.

    Bist ne super Inspiration!

    1. Danke Tina!

      Ich freue mich immer, wenn Du schreibst oder kommentierst. Tut einfach unglaublich gut zu hören, dass da draußen noch mehr sind die ähnlich ticken =)

      Freue mich auch riesig auf deinen Artikel – und auf den Start von Anti-Uni. Ein einziges auf und ab ist das – das Feedback auf diesen Artikel gibt mir wieder mal Motivation =) Danke dafür!

  3. Lies Bücher zu Themen, die Dich interessieren.
    Lern Dinge, die Dich interessieren.
    Sprich über Sachen, die Dich bewegen.

    Maria Montessori sagte vor über 100 Jahren, dass jedes Kind einen „inneren Bauplan“ hat und genau weiß, wie und was es werden will. Es ist so natürlich wie eine Raupe, die zum Schmetterling wird.
    Es ist so einfach und so wahr, danke für diesen Blog!

    1. Stimmt genau, Katkat!

      Jedes Kind hat diesen inneren Bauplan tatsächlich – davon bin ich überzeugt. Jedoch ist z.B. die Schule ein totaler Killer für diesen inneren Bauplan – und das ist voll schade.

    1. Hey Vladislav!

      Lieben Dank für Deinen Kommentar! Und cooler Blog, den Du da betreibst, wir sollten uns mal connecten! ;)

      Liebe Grüße
      Ben

  4. Kernaussage stimmt.
    Man hört aber den verzweifelten BWL-(Abbrech)er aus dir herraus.
    Auch an den üblichen Unis kannst du als Freigeist existieren und selbst entscheiden.
    Du kannst darüber hinaus sogar sehr viel verändern, auch bei den Menschen dort.
    Das erfordert natürlich etwas Charakter und Zeit. Universitäten sind in meinen Augen das tollste was Menschen geschaffen haben.
    Schade ist das du noch Wörter wie „Eliteuni“ benutzt oder glaubst du etwas das Wissenschaft verschiedene Qualitäten hat? Grad als eigenständig denkender Mensch solltest du wissen, dass so etwas nur Marketing ist und letztendlich die klassischen Idee der Universität auflöst. Gleiches gilt im Übrigen auch für ‚Fachhochschulen‘, eine tolle Erfindung der Wirtschaft. Auf lange Sicht gesehen macht das die Menschen unmündig.
    Bleib Kritisch! Peter

    1. Hey Peter!

      Lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Zunächst mal muss ich da was richtigstellen: Ich habe kein BWL studiert (sondern Jura) – und verzweifelt bin ich auch nicht. ;)

      Ich war gerade gestern wieder mal an der FU hier in Berlin unterwegs – und ja, da weht echt ein toller Wind und ich habe mich direkt irgendwie wohl gefühlt. Dennoch habe ich einfach für mich herausgefunden, dass wenn ich etwas selbst erschaffen möchte und selbstständig sein möchte diesen Weg am ehesten außerhalb der Uni gehen kann. Was natürlich nicht heißt, dass die Uni nicht ein cooler Ort ist und für einige Menschen auch den richtigen Weg darstellt.

      Das Wort „Eliteuni“ ist scheinbar sehr negativ belastet. Ich sehe das gar nicht so negativ sondern recht pragmatisch. Die Bucerius Law School in Hamburg an der ich Jura studiert habe ist für mich eine elitäre Einrichtung. Dass dort nur 100 Studenten studieren, Du beste Kontakte zu Großkanzleien und der Wirtschaft hast, Gerhard Schröder und andere zum Wein trinken und Brezen essen vorbei kommen sind dafür nur ein paar Anhaltspunkte. Darüber hinaus wird die Hochschule einfach als „elitär“ wahrgenommen – auch wenn sie versucht das klein zu halten. Über den Begriff der „Eliten“ lässt sich jedoch streiten, da gebe ich Dir recht. Spannend dazu ist übrigens das Buch von Julia Friedrichs: „Gestatten Elite“.

      Für mich bedeutet das jedenfalls keine Abwertung anderer Unis – jede Form von Universität hat ihre Vor- und Nachteile. Genau wie der Weg, den ich gehe seine Vor- und Nachteile hat.

      Beste Grüße!

      Ben

  5. Was für ein großer Quatsch.

    Du kritisierst die Uni, aber schreibst einen Text und empfiehlst ein Buch.

    Was glaubst Du, wie funktioniert Lernen ohne die Distanzleistung der Sprache?

    Wir probieren aus, damit wir sehen, ob funktioniert, was wir uns denken.

    Aber vorher sollten wir es erst mal mit dem Nachdenken probieren.

    Schreien wie ein kleines Kind konntest Du schon bei der Geburt.

    1. Hey Lina!

      Stimmt genau was Du sagst – aber was, wenn ich gar nicht mehr denken möchte, sondern einfach mal MACHEN will?

      Wie entstehen Unternehmen, Innovationen, Erfindungen?

      Klar entstehen die Ideen dazu durch Denken – Realität werden sie durch die Umsetzung.

      Ich bin davon überzeugt, dass wir das was die Uni leistet ersetzen und effektiver machen können – zumindest für diejenigen für die das System Uni nicht funktioniert.

      Denk nochmal drüber nach ;)

      Beste Grüße

      Ben

      1. Wenn Du nicht mehr denken möchtest, fällt mir nur der Strick ein ;-)

        Im letzten Satz klingt durch, was Du meinst, dass das System Uni für Dich nicht funktioniert hat.

        Das scheint mir ein valider und zugl. trauriger Punkt zu sein, dass das System Deine Fähigkeiten nicht gematched hat.

        Dass es vielen so geht, sieht man bei den anderen Blog-Kommentaren.

        Der Sprung von der Schule zur Uni ist doch sehr weit, und Vieles dort ist in der Praxis nicht nötig, weil die Praxis eben nur eine Problemlösung für einen Einzelfall finden muss.

        Der Einzelfall interessiert an der Uni aber eigentlich überhaupt nicht, es sei denn als Fallbeispiel („anekdotische Evidenz“).

        Der Unterschied zw. dem praktischen Denken (Denken vom Einzelfall, von der eigenen Person aus) und dem theoretischen Denken (Denken vom Allgemeinen, unabhängig von einer Person) ist der Schritt, den man wagen muss, an der Uni.

        Ich kann verstehen, dass Du für Dich vom Leben noch mehr erwartest und, dass Dir deshalb die theoretische Beobachtung nicht genügt.

        Sobald Du siehst, dass Du schon vollständig bist, brauchst Du keine „Bäume mehr ausreißen“ ;-)

        1. Hm.

          Das klingt interessant, aber so ganz verstehe ich Dich dann doch nicht. Zumindest nicht an den Stellen, an denen Du philosophisch bzw. etwas vage bleibst.

          Zb. wenn Du sagst: „Sobald Du siehst, dass Du schon vollständig bist, brauchst Du keine Bäume mehr ausreißen.“

          Wenn Du sagst: „Denken vom Allgemeinen, unabhängig von einer Person“ – das ist das, was wir in der Uni lernen sollen. Ja, stimmt schon.

          Ich denke, das ist sicherlich leichter an der Uni zu lernen. Aber ich bin davon überzeugt, dass ich es auch außerhalb der Uni lernen kann.

          Zudem würden wir damit auch immer noch nicht mein Problem lösen. Ich sehe Probleme und möchte mich nicht damit abfinden, dass sie ungelöst bleiben.

          Also handle ich. =)

          1. Na, gegen das Handlen hat „die Uni“ doch nichts, auch nichts gegen das Ausprobieren. Es geht nur darum, zu erkennen, dass man wissen sollte, was man tut. Und im Normalfall am besten vorher ;-)

  6. Hey, sehr schöner und inspirierender Artikel. Besonders das, was du über Input und Output schreibst, ist sehr wichtig!
    Ich kann dir aber nicht zustimmen, was die Praxisferne betrifft (aus meiner Perspektive als Sonderpädagogik-Studentin). Unser Studium ist extrem praxisbezogen und wir bekommen richtig, richtig viele Möglichkeiten, unser Wissen praktisch anzuwenden. Mit Kommilitoninnen als Versuchskaninchen sowieso, aber auch oft genug mit echten Kindern. ;)
    Außer den obligatorischen Praktika gibt es superviele Seminare, in deren Rahmen wir in Schulen gehen und uns ausprobieren. Auch komplett selbst initiierte Projekte an Schulen/ Institutionen gehören dazu. Auch kommen viele Dozenten aus der Praxis. Ich kann mich über Praxisferne wirklich nicht beklagen, trotz Massenuni. Im Gegenteil, ich würde mir mehr reine Theorie in Form von gemütlichen Vorlesungen zum Zurücklehnen und einfach mal nur Zuhören wünschen. ;)

    1. Hey Natascha!

      Lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Das freut mich sehr, dass Dein Studium so praxisbezogen ist. Gerade durch eigenverantwortlich organisierte und geplante Projekte kann man unglaublich viel lernen. Ich nehme an, Du kannst das bestätigen =)

      Was Du zu den Dozenten sagst finde ich auch klasse: Ich finde Praktiker oftmals als eine erfrischende Abwechslung und auch in vielen Fällen sehr viel glaubwürdiger und „näher“ an mir und meinen Bedürfnissen für später. Schließlich geht schließlich echt nur eine Minderheit später in die Wissenschaft.

      Scheint also als könnten wir uns einiges von Deinem Studiengang abschauen!

      Liebe Grüße!

      Ben

  7. Hi Ben,

    generell bin ich in vielerlei Hinsicht gleicher Meinung wie Du. Im Bereich Marketing und co. würde ich Dir voll zustimmen.

    Ich persönlich studiere Nano- und Halbleitertechnologie und betrachte mein Studium als Basis für eine eventuelle Selbstständigkeit.

    Was ich damit sagen will, nicht für jeden Lebenstraum ist der Verzicht auf Uni sinnvoll. In vielen gerade finanzstarken Industrien ist ein Studium unverzichtbar. In meinem Studiengang besteht die hälfte des Studiums aus uniinternen Praktika. Da werden Millionen-Euro-teure Geräte zur Verfügung gestellt um möglichst eigene Erfahrungen sammeln zu können.

    Mag natürlich ein Einzelfall sein…

    Anstatt Anti-uni wäre mein Motto eher: Studium als Basis und empirische Weiterbildung als Freizeit. So verfolge ich ein Vollzeitstudium und übe in meiner Freizeit Internetmarketing und Trading aus.

    1. Hey Frowin,

      lieben Dank für Deinen Kommentar.

      Da bin ich natürlich voll bei Dir, da es in Bereichen, in denen Maschinen oder teures Equipment benötigt wird natürlich einfacher ist, wenn die Uni einem die Materialien zur Verfügung stellt. Cool finde ich, dass ihr so viele Praktika als Studienbestandteil habt!

      Viele Grüße

      Ben

  8. Inhalt gut, aber nichts Neues. Und die Art der Umsetzung des Artikels lässt auch zu wünschen übrig.
    Sehr banal und flach geschrieben.
    -> hauptsächlich eigene Meinung ohne Analyse, wie du zu den Überzeugungen gekommen bist.
    -> Nachvollziehbarkeit der Gedanken ist Grundlage, damit Äußerungen nicht zur bloßen Meinungsmache werden

    Die Uni ist ein (möglicher) Ort, wo dieses Abstraktionsvertändnis gelehr(n)t werden kann.

    1. Hey Rikon,

      ich sage ja auch an keiner Stelle, dass meine Meinung allgemeingültig ist.

      Zu den Überzeugungen bin ich vor allem durch unzählige Bücher, Gespräche mit jungen Menschen und praktische Erfahrungen gekommen. Ich lerne vor allem von Menschen, die diese Überzeugungen weitergebracht haben. Zudem empfehle ich nichts weiter, was ich nicht selbst ausprobiert habe.

      „Wenn Dir das System (Uni, Ausbildung etc) nicht das bietet, was Du brauchst, dann suche nach alternativen Wegen.“ – So ähnlich heißt es in meinem Artikel. Es ist also ein Angebot, eine Inspiration – nicht mehr und nicht weniger.

      Beste Grüße

      Ben

  9. Hey

    Interessanter Ansatz – ich finde die Uni aber sehr wichtig und man sollte sie nicht schlecht reden. Ich denke auch nicht, dass einen die Uni von seinen Visionen abhält.
    Ich kann da nur für mich reden (Pharmaziestudent), aber ich denke das Konzept lässt sich auch nicht anwenden für Wissenschaften und Forschungen. Hier ist das Studium meist eine gute Kombination aus Lehre der Grundlagen und Einstieg in die Praxis. Ich denke es geht sicher auch ohne Studium – das wäre allerdings eher die Ausnahme. Ich würde das also nicht so allgemein formulieren.

    Gruss,
    Julian

    1. Hey Julian!

      Danke für Deinen Kommentar.

      Klaro, der Ansatz funktioniert sicher nicht für jeden – und das soll er auch gar nicht. Ich möchte niemanden bekehren, sondern vielmehr alternative Möglichkeiten aufzeigen.

      In der Wissenschaft ist das sicherlich schwer, klar. Aber schau mal wie viele Studenten später in die Wissenschaft gehen. Ich habe keine konkreten Zahlen im Kopf aber ich denke nicht, dass das mehr als 1 % sind.

      Liebe Grüße,

      Ben

  10. Ich stimme vielen Punkten intuitiv zu, weil es mir an der Uni zum Teil ähnlich ergangen ist, ABER mir fallen mindestens zwei gravierende Denkfehler auf:

    1. HANDELN/MACHEN und DENKEN schließen sich doch keinesfalls aus! Beides wird aber von Ben so dargestellt, als würde man an „der“ Uni NUR denken, könnte aber außerhalb der Uni endlich frei handeln. Das ist natürlich absurd.

    2. Ben hat Jura studiert. Es ist wohl nicht zulässig, von seiner singulären Erfahrung darauf zu schließen, dass „die“ Uni generell schlecht ist und damit vereinfachende Vorurteile zu bedienen. Wie wäre es denn stattdessen mit einer differenzierten Auseinandersetzung? Ach so, das setzt vielleicht wieder zu viel DENKEN voraus. Davon will man sich ja hier distanzieren. (Ein bisschen Polemik muss hier schon sein…)

    Ich fände es wirklich besser, wenn Ben, Benedikt und alle anderen, die hier schreiben, etwas mehr Selbstreflexion und Selbstrelativierung betreiben würden. Das würde das Diskussionsniveau deutlich heben. Statt allgemeine Urteile zu fällen, die Ihr Euch nicht anmaßen könnt, solltest Ihr einfach von EUREN Erfahrungen berichten. Anderen Studenten geht es sicher genauso oder ähnlich wie Euch (wie mir), aber das lässt sich einfach nicht verallgemeinern. Außerdem sollten die Missstände im Bildungsbereich, die es unbestreitbar ohne Ende gibt, vielleicht eher mit dem Motiv der VERBESSERUNG/REFORMIERUNG angegangen werden, statt mit ABKEHR. Wie sollte denn ein Jura-Studium nach der Meinung von Ben aussehen, damit es für Leute wie ihn attraktiv ist? Wie sieht es mit anderen Studiengängen aus? DAS wären doch mal konstruktive Beiträge.

    Sonst bleibt mir das ganze kommerzielle Seminar-/Bücher-/Therapie-Angebot hier etwas suspekt…

    Beste Grüße,
    Marcus

    1. Hey Marcus,

      wenn der Beitrag für Dich nicht konstruktiv ist, dann bist Du vielleicht einfach nicht betroffen und zufrieden mit Deiner Situation.

      Das ist schön und freut mich für Dich.

      Wie Du an den anderen Kommentaren siehst gibt es aber durchaus einige, die den Artikel positiv aufnehmen.

      Auch musst Du das Bücher-/Seminar-Angebot nicht wahrnehmen, wenn Du nicht willst.

      Btw findest Du auf meinem Blog jede Menge konstruktive Beiträge – Ziel ist nicht nur eine Abkehr von – sondern vielmehr ein Hin-zu. Ein Hin-zu einem Bildungsweg, der zu Dir passt und mit dem Du happy bist.

      Beste Grüße!

      Ben

  11. Schwieriges Thema, finde ich…nichts zuende bringen überzeugt nämlich auch nicht. Manchmal muss man sich auch durchbeißen. Praxis ist wichtiger als Theorie, aber ein Abschluss ist trotzdem – allein bei einer Vorabselektion von Bewerbern – immer noch wichtig. Und der berühmte lückenlose Lebenslauf, teilweise sogar „Projektlebenslauf“ im Arbeitsleben, warum gerade darauf soviel Wert gelegt wird, ist mir ein Rätsel. Brüche formen mehr, wenn es nicht zu viele sind…
    Am Wichtigsten ist tatsächlich, niemals die Neugier zu verlieren und niemals aufhören, zu lernen.
    Achja, hab leider irgendwie ein technisches Problem mit dem Blog, ich lese mobil auf meinem Windows Phone und ab einem gewissen Scroll-Level wird die Seite weiß, ich kann keinen Artikel zu Ende lesen :(

  12. Pingback: Gastbeitrag: 11 Stärken und Schwächen der GenY | Steffi Burkhart
  13. Liebe Bens,

    als Student der Blogging University, unersättlicher Informand und Recherche-Crack, gehe ich jeder Spur hinterher, die sich mir bietet, finde die Lücke in bestehenden Systemen und so war es naheliegend, dass ich mir auch noch Ben Pauls aufsehen-erregenden Artikel aus seiner Anfangszeit des Bloggens, der damals den vielen BUZZ erzeugte, früher oder später vornehmen würde –

    Nun ist es soweit und ich lese ihn, um meine eigenen Erfahrungen nach der Schule, dem Abitur und der darauf folgenden angstvollen Ahnungslosigkeit zu ermessen.

    Die Klarheit der GenYs hallte in meiner Zeit schon vor und auch ich wusste damals nicht, was der ganze traditionelle Karriere-Zirkus sollte und ging daher lieber gleich ans Theater.

    Das Internet steckte wohl zu dieser Zeit gerade noch in den Startlöcher für die baldigen Schritte in seinen Kinderschuhen. Die ersten Handys kamen auf. Meine Schreibgelüste fanden eine neues Format. SMS-Botschaften. Die Idee einer späteren Sicherheit durch ein Studium löste sich auf und erleichterte mir das, was meinem Vater seinerzeit von seiner Familie noch verwehrt worden war, das Studium in einem Künstlerischen Beruf, ohne als brotloser Versager und eine Schande für die Familie bezichtigt zu werden.

    Doch ich saß noch zwischen den Stühlen. Der Ruf der Freiheit lockte mich und zugleich hielten mich die ängstlichen Konventionen und ein Bedürfnis nach Sicherheit und die Tendenz es doch irgendwie und irgendwo in allem Eigensinn meinen Eltern doch recht machen zu wollen, in Zaum.

    Statt also auf eine internationale Clownschule oder eine Akademie für experimentelles Theater, schlug ich den konservativsten Weg in diesem unbürgerlichen Metier ein. Eine staatliche Hochschule für Schauspielkunst sollte es sein, um es wenigstens mit dem Prestige der Ausbildungs-Stätte doch noch meinen Eltern zumindest auf einer Ebene ihren Wunsch zu erfüllen. – Das jedoch war ein fauler Kompromiss. – Knapp daneben ist auch vorbei.

    So zeriss es mich, denn ich lebte weder ganz mein Eigenes, noch widersetzte ich mich vollkommen. Meinen Eltern wollte ich es recht machen, meine eigenen Ängste ließen mich an vererbten Glaubenssätze von Sicherheiten festklammern. Diese zwei halben Sachen, wurde zu einer Quelle vieler Leiden und Konflikte.

    Ein Unfall schleuderte mich aus diesem halbherzigen Leben heraus, in dem mein Mut nicht gereicht hatte voll und ganz für mich einzugestehen und gibt mir nach 10 Jahren erfolgreicher medizinischer und gescheiterter beruflicher Rehabiltation eine Chance aus meiner neuen Lebens-Situation mit den neuen Vorbildern und Mutmachern noch einmal eine Chance mich ganz und gar zu leben, mein Wesen sichtbar werden zu lassen und ohne Scham. Schuld und Pflicht mich vollkommen zu zeigen und für mich einzustehen. – Das ganze kann ich gerade, da mir die gesundheitliche Situation eine kleine Erwerbsminderungs-Rente bescherte, ohne Druck und in ganzer Freiheit tun, wie ich es mir damals gewünscht hätte.

    Ben erfüllt wie so einige andere „Kandidaten“ auf der Bühne des Internets, eine Funktion, die mir damals fehlte. Ein Vorbild, ein Vorreiter, der mir Mut macht meinen eigenen Weg zu gehen. Irgendwie wusste ich, dass es darum ging und doch hatte ich zugleich nicht wirklich einen Kompass oder eine Orientierung. Einigen älteren Freunden, die am Theater ihren eigenen Weg gegangen waren eiferte ich nach, sie waren Idole und Vorbilder, doch übersah‘ ich, dass ich nicht sie bin und ihr Weg mich zwar fasziniert, doch eine Kopie ihres Models für mich nicht in Frage kam. – Dennoch, in Ermangelung einer Alternative, verbog ich mich in diese fremde Form hinein und entfremdete mich nur noch mehr von meiner Essenz.

    Heute bin ich dankbar für die Begegnung mit Ben über die WBFC-Conference und die Ermutigung rauszugehen, meine Einzigartigkeit zu leben und mein Wissen, meine Qualitäten, meine Erfahrungen verfügbar zu machen. – Nach meinem Scheitern, habe ich jetzt noch einmal aufs Neue die Chance mit besseren Vorbildern als damals und größerer Einsicht in meine Möglichkeiten, mich auf meinen ganz eigenen individuellen und eigensinnigen Weg in Freiheit und Selbstbestimmung zu begeben.

    So viel Sinn wie momentan habe ich selten zuvor in meinem Leben gesehen.

    Viele Grüße
    Tobias, Freigeist und auf dem X. Bildungsweg

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