Du besitzt zu viel. Versprochen. Das Klischee vom digitalen Vagabunden.

“Omit needless words.”

– William Strunk Jr., The Elements of Style

Auch wenn der minimalistische Lebensstil vielen gefällt, so wird er doch nur selten wahrhaft gelebt. Und meist haben die Leute eine falsche Vorstellung davon: ein Leben am Sandstrand nur mit Laptop und Handy bewaffnet, völlig freie Zeiteinteilung und nirgendwo gebunden sein. Klingt traumhaft?

Das Klischee vom digitalen Vagabunden

Die Umsetzung (zumindest auf lange Zeit) ist aber oft weniger verlockend, wenn es gelebt wird. Schon mal dran gedacht was mit deinen Freunden und der Familie passiert, die zurückgelassen werden müssten?

Dennoch: Minimalismus ist etwas, wonach die Menschen streben und was auch durchaus für den Alltag zuhause Sinn machen kann. Viele wissen jedoch nicht, wo sie beginnen sollen.

Ich habe diesen Artikel mit dem Zitat von William Strunk Jr. begonnen, der in seinem Werk den Minimalismus behandelt. Sein Ratschlag zur Umsetzung im Alltag: „Omit needless words.“ (frei übersetzt: „Sag‘ nur das Nötige“)

Eigentlich könnte ich (und sollte ich) an dieser Steller meinen Artikel bereits beenden. Denn das ist alles, was du wissen musst. Jedoch möchte ich die Idee gerne noch ein wenig erweitern. Strunk schrieb zum Beispiel:

„Ein Satz sollte keine unnötigen Wörter enthalten und ein Paragraph keine unnötigen Sätze. Aus dem gleichen Grund sollten Zeichnungen keine unnötigen Linien und Maschinen keine unnötigen Komponenten haben. Dies verlangt von dem Autor nicht, alle Sätze möglichst kurz zu fassen oder Details auszusparen. Doch sollte jedes Wort zum Ganzen beitragen.”

Dies ist alles, was Sie zu dem besagten Zitat im Hinterkopf behalten sollten. Es geht nicht darum, nichts zu tun. Stattdessen geht es darum, sinnvolle Dinge zu tun.

Wo Minimalismus Sinn macht

Lasst uns das einmal anhand einiger Beispiele anschauen:

  • Besitztümer: Schau‘ um dich, auf Arbeit und zu hause. Ist dein Besitz wichtig für dich? Kannst du dich von Dingen trennen und nur das behalten, was du für absolut notwendig ansiehst? Sei rigoros, bis du das absolute Minimum erreicht hast.
  • Einkäufe: Es wäre sinnlos, deine Besitztümer aufzugeben, um sofort neue zu kaufen. Es ist wichtig, mit dem Leben zufrieden zu sein, nicht mit Sachen. Dazu gibt es auch ein schönes Zitat:

„Sammle Momente, nicht Dinge.“

  • Bedürfnisse: Dies führt auch zur Minimierung deiner Bedürfnisse. Wenn du nichts mehr kaufst, um dein Verlangen zu stillen, kaufst du nur noch das, was du auch wirklich brauchst. Oder vielleicht kannst du auch ohne Geld auskommen.
  • Essen: Wie viel musst du wirklich essen? Brauchst du Pommes Schranke und Döner? Einen Teller Nachos mit Käsedip? Obsttorten? Mit viel Zucker gefüllte Kaffees? Die Antwort ist oft nein. Iss nur das, was du brauchst. Nimm bewusst Nährstoffreiche Lebensmittel zu dir und lebe gesund – nicht zugequollen.
  • Aktivitäten: Mach‘ weniger. Mach‘ nur sinnvolle Dinge. Schau‘ dir deine To-Do-Liste an und überprüfe, was wirklich wichtig ist. Beobachte dabei dein gesamtes Arbeitsleben und prüfe, ob du jeden Tag sinnvoll gestaltest. Mach‘ nur das Nötige.
  • Ziele: Brauchen wir wirklich 101 Ziele? Warum nicht nur einige wenige oder gar nur eins? Durch die Konzentration auf wenige Ziele kannst du diese viel besser erreichen.
  • Produktivität: Wenn du etwas produzierst, sei es Musik, Software, Kleidung oder Texte, so versuche diese Dinge zu vereinfachen und fokussiert zu bleiben. Wenn du eine Webseite erstellst, kannst du mit dieser nur einen Zweck verfolgen und nur einen Call to Action nutzen. Kannst du das auch mit deinen Texten oder Musikstücken tun? Denke nach, was der Zweck ist und mache nur das, was am Ende wirklich zählt.
  • Der Rest des Lebens: Schau‘ nach, ob du diese Prinzipien in deinem Alltag anwenden kannst. Du musst diese natürlich nicht erzwingen, doch ist es immer nützlich zu schauen, was wir tun, wie wir dies tun und ob das überhaupt nötig ist.

Wenn du Spaß an der Ironie findest, kannst du dir gerne einige der Blogs oder Quellen anschauen, die ich genossen habe. Dies ist für diejenigen interessant, die noch mehr Minimalismus suchen:

Alles Liebe,

Benedikt

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6 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hi Ben,

    mir wird immer klarer, dass Minimalismus in den verschiedensten Lebensbereichen eine Rolle spielt und sich sehr unterschiedlich „ausdrückt“.

    Grundsätzlich bin ich Befürworter des Minimalismus, finde es für mich persönlich jedoch wichtig, dass dieser nicht ins Extrem geht.

    Alles Liebe
    Robert

  2. Hi Ben,

    ich glaube Minimalismus ist der falsche Begriff für die beschriebenen Situationen. Man muss auch vorsichtig sein, seine Bedürfnisse zu minimalisieren. Dies kann zu Frust führen. Unterdrückte Bedürfnisse sind oft Ursachen für Frust und Depression.

    Beim Essen würde ich Minimalismus durch gesunde Ernährung mit Genuss ersetzen. Gegen einen Döner im Monat ist nichts einzuwenden, wenn der Körper und Geist dies zulassen. Sinnloses Reinstopfen von Fressbuden-Pommes mit triefenden Fettbratwürsten und das täglich kann nur zur Verklebung der Gehirnwindung führen. Oder verwechsle ich Ursache und Wirkung? ;-)

    Die Konzentration auf weniger und vor allem EIGENE Ziele ist überaus wichtig. Die meisten Menschen lassen sich Ziele einreden. FRagt man sie dann welche Wünsche sie haben, weichen plötzlich Ziele und Wünsche von einander ab. Obwohl es doch letztlich das gleiche ist.

    Ich wünsche Dir noch weitere denkanregende Artikel.

    Alles Gute
    Holger

  3. Hallo Ben,

    ich denke, sobald wir uns darauf konzentrieren, unseren Besitz zu optimieren, haben wir schon viel verstanden.
    Dabei steht vor allem die Qualität und nicht die Quantität im Vordergrund.

    In unserer Gesellschaft wird „weniger“ oft noch als Mangel empfunden – stattdessen kann es MEHR bedeuten.
    MEHR Freiheit, MEHR Unabhängigkeit und MEHR Selbstbestimmung.

    Es hilft uns, aus dem Hamsterrad des „Konsumierens“ und „Verdienen Müssens“ auszubrechen.

    Ich bin übrigens gerade probehalber als Digitale Nomadin unterwegs, um zu schauen, was dieser Lifestyle wirklich bedeutet…
    Daher viele Grüße aus Bali,
    Sabine

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