Wie deine unbewussten Motive deinen Erfolg beeinflussen

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Stell dir vor, du sitzt an einem schönen, lauen Sommerabend mit deinen Kollegen unter den Bäumen und blickst mit einem Lächeln im Gesicht auf den Tag zurück. Und? Wie fühlt sich das an? Gut?! Genau das passiert, wenn du das Unbewusste im Boot hast.

Motivation und Persönlichkeit

Deine Motivation ist nicht einfach ein Schalter, den du umlegen kannst. Motivation entsteht immer dann, wenn ein Motiv befriedigt oder ein Zielzustand erreicht werden muss. Also immer dann, wenn der IST-Wert vom SOLL-Wert abweicht (Ist-Sollwert-Diskrepanz). Motivation ist ein „temporärer Zustand“ der Energetisierung, der dir Handlungsenergie gibt und alle Prozesse zur Vorbereitung und Durchführung einer Handlung umfasst. Ob und wie du für etwas motiviert bist, hängt zu einem grossen Teil davon ab, wie stark deine unbewussten Motive gesättigt sind.

Unbewusste Motive sind zeitlich überdauernde Persönlichkeitsmerkmale, die durch Erfahrung entstehen und deinem Handeln Kraft und Energie geben. Deine Motivation und deine Persönlichkeit sind eng miteinander verknüpft.

Welche Aufgabe ist die richtige für dich?

Stell dir vor, du beschäftigst dich bei der Arbeit oder im Studium mit diesem Gebäude und du hast vier verschiedene Aufgaben zur Auswahl. Du darfst wählen, welche Aufgabe du ausführst.

Lies die Aufgaben in Ruhe durch und entscheide dich möglichst spontan für eine.

  1. Kurzes Referat: Du bekommst den Auftrag, den neuen Namen für dieses futuristische Gebäude zu bestimmen. Finde einen Namen und überlege dir, wie du die anderen von deiner Namenswahl überzeugen kannst.
  2. Wettbewerb: Finde heraus, wie der Architekt dieses Gebäudes heisst und wie lange der Bau dauerte. Derjenige, der als Erstes das richtige Ergebnis liefert, bekommt eine Belohnung im Wert von CHF 2’500.-
  3. Gruppenarbeit: Findet zu zweit heraus, in welcher Stadt dieses Gebäude steht. Überlegt gemeinsam, was die Menschen in dieser Stadt verbindet und diskutiert, ob es euch in dieser Stadt gefallen würde.
  4. Kurzer Aufsatz: Stell dir vor, du bist ein Gebäude. Was für ein Gebäude wärst du und wie würde dieses aussehen? Formuliere deine Antwort in einem kurzen Text.

Für welche Aufgabe hast du dich entschieden? Die Auflösung dazu liefere ich dir später ;-)

Was du willst, ist nicht das, was du brauchst

Du hast dich also (spontan) entschieden! Und du weisst nicht, warum. Ich kann dir etwas verraten: Es hat mit deiner Motivlage zu tun. Das, was du bewusst entscheidest, entspricht noch lange nicht deinen unbewussten Motiven. Vielleicht denkst du bewusst, dass du eine Karriere als Führungskraft einschlagen musst oder durch eine besondere Leistung im Studium brillieren. Dafür investierst du viel Zeit und Energie. Wenn du dich in der Situation wieder findest, fühlst du dich jedoch alles andere als happy. Irgendetwas läuft dabei schief. Aber was?

Deine unbewussten Motive: deine Antreiber

Bewusste (explizite) Motive sind eng mit deinen Zielen und Erwartungen verbunden. Das ist z.B. der Fall, wenn du eine besonders gute Abschluss-Präsentation abliefern möchtest. Das ist also eher eine kurzfristige Reaktion auf eine bestimmte Situation. Im Gegensatz dazu werden unbewusste Motive durch natürliche Auslöser wie Bedürfnisse und/oder bestimmte Situationsmerkmale aktiviert. Hast du beispielsweise das Bedürfnis, etwas Besonderes zu leisten, dann wirst du dich mehr anstrengen. Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, musst du aktiv werden, also z.B. gut recherchieren und die Präsentation vor Publikum trainieren. Somit sind in einem Motiv das Bedürfnis und ein konkretes Verhalten verbunden. Das geschieht spontan, ohne dass dir das bewusst ist.

Dabei werden nebst deinen Bedürfnissen auch deine Erfahrungen berücksichtigt, z.B.: „In welcher Umgebung konnte ich ein Bedürfnis schon befriedigen und welches Verhalten war dafür geeignet?“ Eine spezifische Situation und/oder ein Bedürfnis können demzufolge ein Motiv aktivieren.

Unbewusste Motive sind Erfahrungsnetzwerke, die dein Verhalten aufgrund deiner persönlichen Erfahrungen lenken.

Deine Wahrnehmung, dein Erleben und dein Denken werden entscheidend von deinen Motiven beeinflusst. Je stärker ein Motiv ausgeprägt ist, desto mehr beherrscht es dich und bestimmt dein Verhalten. Denn es möchte befriedigt werden. Das geschieht unbewusst.

Manchmal stehen bewusste mit unbewussten Motiven im Konflikt: Vielleicht denkst du beispielsweise, du musst eine herausragende Leistung bei einer Präsentation abliefern. Unbewusst ist für dich eine besondere Leistung aber gar nicht wichtig, du hast also nur ein geringes oder gar kein Bedürfnis, etwas Besonderes zu leisten. Das kann zu „innerem Stress“ führen, was ein klarer Hinweis für einen Motivkonflikt wäre. Bei fehlenden Strategien führen Motivkonflikte zu Problemen und Leistungseinbussen.

Für welche Aufgabe hast du dich entschieden?

  1. Das kurze Referat – Machtmotiv

Du nimmst gerne Einfluss und setzt dich gerne gegen Widerstände durch? Womöglich ist bei dir das Machtmotiv ein wichtiges Motiv.

Machtmotivierte Personen übernehmen gerne Verantwortung, setzen sich mit ihren Ideen durch und sie gestalten. Die Alpha-Tierchen geniessen es, wenn sie Aufmerksamkeit, Anerkennung und Status bekommen und können sich (meistens) nur schwer unterordnen. Das heisst jedoch nicht, dass jeder im Vordergrund stehen möchte. Manche ziehen die Strippen gekonnt aus dem Hintergrund. Das Machtmotiv ist ein wichtiges Motiv für Innovatoren und Führungskräfte. Daraus schöpfen sie ihre Energie für grosse Taten. Führungskräfte, denen dieses Motiv fehlt oder bei denen es schwach ausgeprägt ist, laufen Gefahr, früher oder später vor die Wand zu laufen. Studien haben gezeigt, dass langfristig diejenigen erfolgreich sind, bei denen das unbewusste Machtmotiv stark ausgeprägt ist. Weil es ihrem Handeln dauerhaft Energie zur Verfügung stellt.

Es stört mich nicht, was meine Minister sagen, solange sie tun, was ich ihnen sage. – Margaret Thatcher

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  1. Wettbewerb – Leistungsmotiv

Du leistest gerne und möchtest deine Kompetenzen erweitern und dich verbessern? Ziemlich sicher bist du leistungsmotiviert.

Leistungsmotivierte Personen wollen ihre Fähigkeiten verbessern, spannende Aufgaben meistern und sich mit anderen messen. Aufgaben erledigen sie ehrgeizig, detailgetreu und möglichst perfekt, damit sie mit dem Ergebnis brillieren können. Dabei folgen sie einem hohen Gütemassstab. Überfordernde Aufgaben sind für sie genauso frustrierend wie unterfordernde Aufgaben. Nur wenn die Wahrscheinlichkeit für das Gelingen 50/50 ist, wird das Leistungsmotiv aktiviert. Bei Spezialisten, die aufgabenorientiert arbeiten, triffst du dieses Motiv häufig. Das gibt ihnen die Kraft, ihre Fähigkeiten zu erweitern. Problematisch wird es, wenn über einen längeren Zeitraum bewusst Energie in Leistung gesteckt wird, dies jedoch unbewusst nicht unterstützt wird. Manchmal ist dies notwendig. Beispielsweise im Studium oder bei Weiterbildungen.

Viele erkennen zu spät, dass man auf der Leiter des Erfolgs einige Stufen überspringen kann. Aber immer nur beim Heruntersteigen. – William Somerset Maugham

  1. Gruppenarbeit – Anschlussmotiv

Du magst die Arbeit in einem guten Team und fühlst dich in Gesellschaft wohl? Gut möglich, dass du anschlussmotiviert bist.

Anschlussmotivierte Personen holen sich ihre Energie aus sozialen Kontakten. Die Teamleistung ist ihnen wichtiger als der persönliche Erfolg. Das Gute im Menschen steht bei ihnen im Vordergrund. Sie sind einfühlsam und hervorragende Dienstleister. In einem guten, harmonischen Team laufen sie zur Höchstform auf. Disharmonie und Konflikte sind für Anschlussmotivierte ein Gräuel, der sie schnell in eine Blockade bringen kann. Durch Kritik fühlen sie sich oft persönlich angegriffen.

Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe. – Ernst Zacharias

  1. Kurzer Aufsatz – Freiheitsmotiv

Du verwirklichst dich gerne selber und bist gerne unabhängig. Höchstwahrscheinlich bist du eine freiheitsmotivierte Person.

Freiheitsmotivierte Personen suchen nach Möglichkeiten zu wachsen und sich zu entwickeln. Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und die Freiheit, nach dem eigenen Gusto zu arbeiten, sind entscheidende Faktoren für Freiheitsmotivierte. Frei sein von inneren und äusseren Zwängen ist für sie das höchste aller Gefühle. Zu starre Strukturen und Rahmenbedingungen rauben ihnen die Energie.

Die Freiheit ist wie das Meer: Die einzelnen Wogen vermögen nicht viel, aber die Kraft der Brandung ist unwiderstehlich. – Václav Havel

Der Schlüssel zum Erfolg

Weil sie eben unbewusst sind, kannst du deinen unbewussten Motiven nur mit projektiven Tests wie zum Beispiel dem Operanten Motivtest auf die Spur kommen. Die Variante mit den vier Geschichten kann deshalb höchstens eine sehr grobe Annäherung sein.

Unbewusste Motive kommen in verschiedenen Kombinationen und Stärken vor und geben deinem Handeln Kraft und Energie. Werden deine unbewussten Motive frustriert, rauben sie dir Energie. Du kannst dir mit dem Kopf sehr viel vornehmen. Vergiss dabei eins nicht:

„Deine Motivation und deine Ausdauer kommt von innen heraus. Sie wird von deinen unbewussten Motiven gespiesen.“

Passen deine bewusst gewählten Ziele mit deinen unbewussten Motiven überein, dann steht dir für das Erreichen deiner Ziele viel Energie zur Verfügung. Egal was du dir vornimmst: Wenn du ein Ziel hast oder einer Beschäftigung nachgehst, die dir Bauchschmerzen verursacht, solltest du dir definitiv Gedanken darüber machen, ob es dem entspricht, was du wirklich möchtest.

Blickst du mit einem Lächeln unter den Bäumen auf einen schönen Tag zurück oder sitzt du am Ende des Tages wie ein ausgewrungener Waschlappen zu Hause? Du hast es selber in der Hand.

„Der Spass muss das Tun bestimmen.“ – Reinhold Messner

Nutze deine Möglichkeiten!

Martin

PS: Bist du mit Spass dabei, hast du auch das Unbewusste im Boot.

 

Über den Autor:Martin Feigenwinter

Martin Feigenwinter ist Olympionike im Eisschnelllauf und bloggt auf feigenwinter.com.

Er hilft Athleten dabei, am Tag X ihr volles Leistungspotenzial abzurufen.

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