Wie Kinder gerne auf ihre Eltern hören

Wenn bei dir der Morgen schon stressig losgeht und der Abend anstrengend endet, hast du wahrscheinlich Kinder. Dann kennst du vielleicht auch folgende Situation: dein Kind schaut Fernsehen oder eine Serie auf dem Tablet und es soll jetzt damit aufhören. Du sagst es einmal, du sagst es zweimal, du sagst es dreimal, aber nichts geschieht. Dann wirst du lauter und dein Kind beginnt zu diskutieren: „Nur noch 5 Minuten“ oder „ich habe doch noch gar nicht so lange“ oder „nein, ich will aber nicht ausmachen“. Dir bleibt nichts anderes übrig, als das Gerät selbst auszuschalten. In dem Moment passiert es. Dein Kind bekommt einen Wutanfall und will entweder den Knopf wieder anschalten, fängt an herumzuschreien oder betitelt dich als „blöde Mama“.

So oder so ähnlich passiert es tagtäglich in ganz vielen Familien. Sehr oft fragen mich Eltern um Rat und wünschen sich einige Tipps, wie sie die Situation lösen können. Viele sind dann ganz selbstkritisch und sagen, dass sie ja nicht immer konsequent wären oder dass sie viel zu oft
schimpfen, obwohl sie das gar nicht wollen. Sie wissen natürlich, dass ihr Verhalten nicht wirklich gut ist. Aber die Wahrheit ist, dass das nicht die eigentliche Ursache dafür ist, dass ihre Kinder nicht auf sie hören.

Aber was ist dann der Grund?

Werde zum Egoisten und alle haben mehr davon

Stell dir einmal vor, du wärst gerade in diesem Moment der glücklichste Mensch der Welt. Du hast einen Job, der dich absolut erfüllt und mit dem du richtig viel Geld verdienst. Du hast einen Partner, der dir öfters Komplimente macht und dich verwöhnt. Du hast ein Zuhause, in dem du dich wohlfühlst. Du bist gesund. Du fühlst dich absolut entspannt, weil du gerade aus der Sauna gekommen bist, wo du regelmäßig mit deiner besten Freundin hingehst. Außerdem warst du heute beim Friseur und findest dich selbst sehr attraktiv.
Glaub mir – nichts und niemand würde dir heute die gute Laune verderben können. Auch dein Kind nicht. Denn du würdest alles viel gelassener sehen als sonst. Auf jeden Fall würdest du nicht schimpfen.

Vielleicht ist es dir ja selbst schon einmal aufgefallen, dass du eher gereizt bist und schimpfst, wenn du gestresst bist. Um also nicht so schnell laut zu werden und „aus der Haut zu fahren“, ist der erste Schritt, dafür zu sorgen, dass du prinzipiell entspannter bist und es dir gut geht.

Nun ist es leider so, dass keine Fee vorbei kommt und du drei Wünsche frei hast, die dir alle erfüllt werden. Es wird auch niemand an die Tür klopfen und dir Geld oder Zeit schenken. Das heißt, dass nur du allein dafür sorgen kannst, dass du entspannt und glücklich bist. Deswegen ist es so wichtig, dass du zuallererst einmal an dich selbst denkst. Das klingt in deinen Ohren vielleicht etwas egoistisch. Aber egoistisch zu sein ist nicht unbedingt schlecht. Du darfst es dir erlauben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Denn deine Kinder und dein Partner
profitieren genauso davon wie du. Wenn sie merken, dass du viel gelassener wirst, weil du ab jetzt immer entspannter bist und dich wohler fühlst, dann werden dir alle deine Auszeiten gönnen.

Nimm dir also jeden Tag eine halbe Stunde Zeit nur für dich und tue etwas, was dir richtig gut tut. Vielleicht kannst du diese Zeit auch nutzen, um zu überlegen, wie dein Leben noch schöner werden könnte und in welchen Lebensbereichen du noch glücklicher sein möchtest. Wenn du das wirklich konsequent jeden Tag tust, dann wirst du nach wenigen Wochen eine große Veränderung spüren.

Habt Spaß miteinander

Nun bist du nach und nach entspannter und kannst entsprechend gelassen auf deine Kinder reagieren. Du fängst nicht mehr an zu schreien und es ist insgesamt nicht mehr so laut bei euch. Aber dennoch hören deine Kinder nur selten, wenn du etwas zu ihnen sagst. Warum? Eine weitere wichtige Voraussetzung dafür, dass deine Kinder freiwillig und gerne tun, was du von ihnen möchtest, ist eine angenehme und fröhliche Atmosphäre zu Hause. Diese erreicht man, wenn es ein wirkliches Miteinander gibt. Dann kann eine gute Beziehung zum Kind leichter entstehen. Lacht Ihr viel miteinander? Verbringt Ihr öfters Zeit zusammen? Redet Ihr hin und wieder über „Gott und die Welt“? Macht Ihr es euch gemeinsam gemütlich? Tut Ihr auch mal etwas Verrücktes?

Ich vermute, dass es bei euch genauso ist wie in fast allen Haushalten: Der Alltagstrott mit all seinen eingefahrenen Routinen hat euch fest im Griff und ist manchmal sehr zermürbend. Aber das muss nicht sein! Mit nur kleinen Veränderungen bringst du Abwechslung und Freude in eure Familie. Dabei kannst du kreativ und auch ein wenig verrückt sein. Das Wichtige daran ist, dass deine Aufmerksamkeit bei deinen Kindern ist.
Zur Anregung hier ein paar Beispiele:

  • Verlegt ein Abendessen auf den Fußboden. Breite eine Decke aus und tut so, als wäret ihr bei einem Picknick.
  • Bestellt euch eine Pizza und schaut zusammen einen Film, der allen gefällt.
  • Dein Kind spielt oft Computerspiele o.ä.? Dann setz dich zu ihm und spiele mit. Das zeigt deinem Kind, dass du Interesse an ihm hast. Und wer weiß, vielleicht macht dir das Spielen ja genauso viel Spaß.
  • Setzt euch zu einem leckeren Kaffeetrinken mit Kakao und Keksen zusammen und erzähle einmal lustige Storys aus deiner eigenen Kindheit. Dein Kind wird es lieben und gespannt zuhören.
  • Geht am Abend mit der Taschenlampe hinaus und macht eine Nachtwanderung.
  • Macht immer mal einen Spielabend – entweder mit klassischen Brettspielen oder mit der Spielkonsole.
  • Du hast ein „modebewusstes“ Mädchen? Dann macht hin und wieder eine Modenschau. Dabei darf die Kleine natürlich auch mal deine Sachen und Schuhe tragen.
  • Veranstaltet eine Familiendisco und tanzt verrückt in eurem Wohnzimmer.
  • Macht hin und wieder Wettbewerbe aus verschiedenen Alltagsdingen.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, den Alltag abwechslungsreich zu gestalten. Das muss auch nicht viel Zeit oder Geld kosten. Hier gilt: Qualität vor Quantität. Etwas Neues auszuprobieren, ist für Kinder jedes Mal eine tolle Überraschung. Das bringt nicht nur bessere Stimmung in eure Familie, sondern stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Kind.

Beginne bei dir und staune, was passiert

Wie du siehst, sind die wichtigsten Grundlagen für eine harmonische Familie gar nicht so schwer zu schaffen. Im Gegenteil, sie machen sogar Spaß und sind gar nicht anstrengend.

– Du darfst dir täglich eine Auszeit nur für dich gönnen und es dir so richtig gut gehen lassen.

– Und ihr durchbrecht den Alltagstrott durch kleine „Miniabenteuer“ und kleine, fröhliche Familienevents.

Mit diesen beiden Maßnahmen hast du dafür gesorgt, dass sich alle in eurer Familie wohler fühlen. DU bist entspannter, gelassener und reagierst weniger gereizt, wenn du mehr auf dich achtest, dir Auszeiten gönnst und etwas Gutes tust. Und euer Familienalltag ist geprägt durch mehr Abwechslung, durch Heiterkeit, Gemütlichkeit, Überraschungen und ein Gefühl der wohligen Geborgenheit.

So entsteht eine ganz neue freudige und liebevolle Grundstimmung bei euch. Deine Beziehung zum Kind wird fester und inniger. Und dein Kind respektiert gerne, was du sagst. So entsteht mit der Zeit ein harmonischer Familienalltag.

Über die Autorin

Ina Bär ist Elterncoach und Autorin dreier Bücher. Sie begleitet in ihren Online-Coachings Familien zu einem harmonischen Miteinander. Ihre verschiedenen Angebote sind auf ihrer Webseite www.kinder-leicht-erziehen.de zu finden. Dabei liegt es ihr besonders am Herzen, dass die Partnerschaft der Eltern nicht unter dem Erziehungsstress leidet. In ihrem neuen Buch „Die etwas andere Bucket List für Paare“ zeigt sie, wie eine Beziehung dauerhaft glücklich bleibt. Ina Bär ist Mutter zweier erwachsener Kinder und wohnt, arbeitet und reist mit ihrem Partner in einem VW-Bus durch Europa.

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