Mehr Mut zum Fehler

Mut zum Fehler

Wer etwas Neues wagt, macht Fehler. Das ist ärgerlich und eine Chance. Denn nur aus Fehlern  wird man klug. Wenn es um gute und schlechte Entscheidungen geht, haben die meisten von Ihnen eine gemischte Bilanz vorzuweisen, oder?

Neben Erfolgen gibt es fast immer auch schmerzliche Fehlgriffe. Die Mischung entscheidet darüber, ob wir uns selbst als lediglich erfolgreich oder als „gescheiterte Existenz“ betrachten.  Manchmal wiegt eine gute Idee bzw. eine richtige Entscheidung hunderte Irrtümer auf.

Irrtümer sind notwendige Etappen auf dem Weg zum Erfolg.

Für das Scheitern, für größere Fehler gibt es ein neudeutsches Wort: FLOP. Im Duden wird das Wort FLOP mit „hinplumpsen“ übersetzt. „Jeder Peinlichkeit wohnt eine Erleuchtung inne, denn Triumphe halten keine Lehrer bereit. Misserfolge dagegen befördern die Erkenntnis.“

Aus Fehlern lernt man. Klingt eigentlich logisch und ist leicht gesagt. Worin aber diese Erkenntnis besteht und was Fehler für das eigene Leben bedeuten, hängt von der persönlichen „Fehlerfreundlichkeit“ ab:  Für wie normal halten Sie das Scheitern? Wie erklären Sie das Scheitern und wem geben Sie die Schuld daran?

Obwohl wir wissen, dass Irren menschlich ist, werden Fehler nach wie vor mehr geachtet denn als Lernchance begriffen. Im Business reden Führungskräfte  gerne und viel über Fehlerfreundlichkeit, aber in der Praxis wird das weltfremde Ideal  der Fehlerfreiheit angestrebt. Bei Practice, TOP Performance, Benchmarking. Das Ziel ist Fehlervermeidung  um jeden Preis. Doch gerade dieser permanente  Druck, immer mehr aus sich herausholen zu müssen, macht Fehler umso wahrscheinlicher. Im Gegenzug werden dafür besondere Fähigkeiten entwickelt: Abstreiten, Rechtfertigen, Spuren verwischen, Leugnen, Beschönigen, Schuldzuweisen.

Applaus für erkannte Fehler

Mittelständler sollen einen „Failure Friday“ einführen, an dem bei  einem morgendlichen Meeting oder zum Lunch die Entscheidungen der vergangenen Woche vorgestellt werden. Und zwar diejenigen, die sich als Rohrkrepierer erwiesen haben – und jene Learnings, die aus den gescheiterten Projekten abgeleitet werden können. Das Fazit sollte lauten: „ich habe nicht versagt, ich habe nur etwas gewagt, dass ich jetzt,  da ich weiß, wo ein Fehler liegt, korrigieren werde.“  Beifall! In der Startup-Szene werden Misserfolge sowieso gefeiert. Man trifft sich zu sogenannten „Fuck-Up-“ und „ Fail Nights“, berichtet über seine Learnings und Fehler, tauschen sich auf Foren und Events aus. Natürlich gilt bei solchen Veranstaltungen  ein Ehrenkodex:  „What happened in Vegas, stays in Vegas“. Das ermöglicht einen offenen Austausch über typischen Fehler, verbreitete Probleme, Dinge die funktionieren und überflüssige Tools, die nur Geld verschwenden.

In einem meiner ersten Trainerjobs musste in einer bestehenden, eher angstgeprägten Organisation sehr viel Neues im Vertrieb ausgedacht und implementiert werden. Um den offenen Umgang mit Fehlern zu erlernen habe ich in der Kaffeeküche zwei Pinnwände aufgehängt: eine für die Erfolge, eine für die Sachen, die nicht so gut gelaufen sind.

Sie können sich vorstellen, dass die Mitarbeiter an die zweite Wand zunächst nichts gepinnt haben oder nur Belangloses. Die Führungskräfte sind dann mit gutem Beispiel vorangegangen und haben regelmäßig vor allen Ihre Misserfolge und Fehler erst besprochen, dann begraben und die Erfolge gefeiert. Ich kann sagen, das hat im Team wirklich etwas verändert.

Als Verkaufstrainer habe ich in vielen Gesprächen Folgendes gelernt: In den meisten Unternehmen werden Probleme gern unter den Teppich gekehrt. Ist das ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr möglich, wird sofort ein Schuldiger gesucht und die Jagd auf ihn eröffnet. Die gepriesene Fehlerkultur? Fehlanzeige! Auf einem kürzlich gehaltenen Training haben mir die Teilnehmer dies wieder bestätigt. Man kann erahnen, wie viele neue Produkte und neue Ansätze für das Geschäft in so einer Kultur entstehen.

„Es wurden möglicherweise Fehler gemacht….“

Achten Sie einmal darauf wie häufig diese Passivkonstruktion verwendet wird, wenn Fehler nicht länger vertuscht oder abgestritten werden können. Es wird Zeit die seit Schulzeiten eingebimmste Idee abzuschütteln, dass Fehler an sich „SCHLIMM“ sind. Irren und Scheitern ist fast der Normalfall, und nicht alles was wir wollen oder tun, kann gelingen. Es lohnt sich Fehler sehr sorgfältig zu studieren. Dann werden wir wirklich aus Schaden klug.

So schaffen Sie das Umdenken

Um die Fehlerkultur zu verändern, gilt es, einige zentrale Erfolgsfaktoren zu beachten:

  • Vorleben durch gute Führung: Weg von Heldentum, hin zu echter Mitarbeiterbeteiligung und Mut zum Neudenken.
  • Klare Ziele definieren: Mit einem Ziel vor Augen kann früh abgeschätzt werden, ob eine Strategie aufgeht oder nicht. Dazu gehört die ständige Selbstprüfung, ein regelmäßiger Kontakt zum Kunden und ehrliches Real-Time-Feedback für die ausführenden Mitarbeiter.
  • Agile Strategien: Ohne eine klare Vision geht es nicht, doch strategische Planungen sind heute oft mehr Korsett denn Richtungsgeber. Auch Strategien müssen agiler werden, Produkte kontinuierlich angepasst, aus Fehlern muss gelernt und der ursprüngliche Plan immer wieder neu ausrichtet werden.
  • Veröffentlichen von MVPs (minimal viable product): Scheitern bringt einen nur dann weiter, wenn die falsche Herangehensweise früh genug erkannt wird, um schnell nachjustieren zu können. Die Erstellung eines Produkts, das zunächst nur mit den nötigsten Funktionen ausgestattet ist, zügig zu veröffentlichen, um schnell ein erstes Feedback des Kunden einzuholen, ist eine ratsame Herangehensweise, die von Vornherein viel Zeit sparen kann.
  • Schnelle Umsetzung notwendiger Anpassungen: Dort, wo man scheitert, müssen die Gründe identifiziert werden. Daraus folgende Learnings müssen schnell umgesetzt, intern kommuniziert und manchmal eben auch gefeiert werden.

Über den Autor

Dennis Robers ist Experte für echtes, authentisches Verkaufen. Er gibt Führungskräften, sowie Sales-Mitarbeitern IN SEINEN VORTRÄGEN UND TRAININGS ein Verkaufs- und Kommunikationssystem und wertvolle Impulse für die tägliche Praxis. Dennis Robers wartet MIT EINER praxisorientierten Rhetorik auf seine Teilnehmer. Neben seiner Vertriebserfahrung von über 15 Jahren beschäftigt er sich maßgeblich mit allen Ebenen der Kommunikation.

www.dennisrobers.de

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